Tagebuchblog 05.Oktober 2017

Jeden fünften des Monats ruft Frau Brüllen unter dem Hashtag #wmdedgt (Was machst du eigentlich den ganzen Tag) zum Tagebuchbloggen auf. Heute war ein ruhiger Tag, verregnet und angespannt inmitten einer gar nicht so einfachen Phase. Weiterlesen „Tagebuchblog 05.Oktober 2017“

Sag Ja! Die Ja Umgebung Zuhause

Das traute Heim, dort wo ALLE Familienmitglieder sich wohl und sicher fühlen sollen, kann, wenn das Baby anfängt, seine Welt selbstständig zu erkunden, haufenweise Tücken haben. Über viele davon denken wir vorher kaum nacht, wir sehen eben nicht mehr mit Kinderaugen. Und so hat sich unser Zuhause im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Weiterlesen „Sag Ja! Die Ja Umgebung Zuhause“

Blogschnipsel Emotionen Spiegeln

#BLOGSCHNIPSEL Meine Tochter ist im Moment ganz vernarrt darin, wenn wir sie nachmachen. Sie wuschelt sich die Haare, fasst sich an die Nasse, lässt sich auf den Boden plumpsen, und wenn Mama oder Papa mitmachen, am besten synchron, wie ein Spiegelbild, dann freut sie sich wahnsinnig. Sie spürt ihre Selbstwirksamkeit, sie begreift, dass SIE Einfluss nehmen kann auf UNS. Im Alltag ist normalerweise sie es, die nachahmt. Hole ich den Staubsauger, schwingt sie den Kinderbesen. Trinke ich meinen Kaffee, will sie in ihrem Becher mit einem eigenen Löffel rühren und tut als würde sie trinken, kommentiert sogar mit heiß. Sie spiegelt. Sie ahmt nach und lernt dadurch wahnsinnig viel. Das Bespiegeln beschränkt sich allerdings nicht nur auf konkrete Handlungen. Im Gegenteil: Kinder sind ein wahnsinnig wertvoller Spiegel unserer Emotionalen Welt. Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Kind, wenn du genervt zum zehnten Mal Nein brüllst, statt wie gewünscht aufzuhören, sich eher weiter hineinsteigert, ja oft sogar das ‚Fehlverhalten‘ mit einem Grinsen untermalt? Das tut es nicht, um dich zu ärgern. Grinsen ist eine uralte Beschwichtigungsstrategie; ein ‚Hey Mama, ich weiß die Situation ist doof, aber schau ich lächle, ich hab dich lieb, ich will gar nicht streiten‘. In stressigen Situationen, Situationen die mich fordern und manchmal auch verzweifeln lassen, dreht Nana wahnsinnig auf. Sie wird dann wild, springt herum, zieht mir an den Haare und ’schimpft‘ mit mir – Sie spiegelt mich. Sie spiegelt meinen steigenden Stresslevel, meine Wut, meine Verzweiflung mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln: Und das sind Toben, Wüten und Grinsen. Ein übler Kreislauf, indem wir uns gegenseitig anstacheln, mit dem einen Unterschied meinerseits, dass ICH Verantwortung für diesen Kreislauf übernehmen kann – Mein Kind (noch) nicht. Ich kann einfah keine Kooperation von meinem Kind erwarten, wenn ich selber ihr nicht kooperativ entgegentrete. Das funktioniert nicht, denn sie spiegelt mich instinktiv. Das macht es nicht unbedingt einfacher, aber sich dem bewusst zu sein, ist eine echte Bereicherung. Wenn Nana nämlich aufdreht und so gar nicht mehr kooperieren mag, dann weiß ich, dass ICH selber erstmal runterkommen und durchatmen sollte. Danach können wir dann oft wieder viel besser miteinander umgehen. Xx Fiona

Blogschnipsel Sandmatsch

#BLOGSCHNIPSEL Nana hat gestern auf dem Balkon mit einer handvoll Sandmatsch nach mir geworfen. Sie hat dabei gelacht. Sie wollte spielen. Nicht mehr, nicht weniger als das. Ich hätte auf viele Arten reagieren können. Ich hätte erstmal stumpf Nein sagen, und ihr spätestens beim dritten Mal die Schaufel wegnehmen können. Ich hätte direkt schimpfen können. Ich hätte das Spiel abbrechen können. Ich hätte ihr drohen können, dass ich -oder besser noch wir beide- rein gehen, wenn sie es nochmal tut. Ich hätte vieles tun können, mit dem ich mich erzieherisch GEGEN mein Kind gestellt hätte; mit der Annahme im Kopf, dass sie etwas aus dieser Situation, die für sie doch nichts mehr als eine Spielaufforderung war, lernen müsse. Ich hätte vieles tun können, um ihr ein schlechtes Gefühl zu vermitteln, ein Gefühl von ‚SO bist du NICHT gut!‘. Stattdessen habe ich mich entschieden, den feuchten Sand einfach abzuklopfen, ihr zu sagen, dass ich keinen Matsch in den Haaren haben mag. Dabei griff ich selbst schon wieder nach der Sandform, mit der wir gerade beschäftigt waren. Die nächste Schippe Sand, die sie zum Wurf nach mir ansetzte, unterband ich sanft, indem ich meine Hand darüber hielt. Nana schaute. Dann schlug ich ihr vor, den Sandmatsch in die Sandkiste neben uns zu werfen. Sie tat es. Ich warf einen Klumpen Sandmatsch hinterher. So spielten wir weiter, warfen Sand in die Kiste, und niemand musste weinen, schimpfen oder sich schlecht fühlen, weil er irgendetwas ‚falsch‘ gemacht hätte. Weder mein Kind, noch ich. Xx Fiona

Blogschnipsel Hier kommt Nana

#BLOGSCHNIPSEL Zwergnase bekommt einen Namen! Es ist nicht ihr Klarname, aber ihr Spitzname. Übrigens jener, den sie sich selber gegeben hat, weil sie ihren richtigen Namen noch nicht aussprechen kann. Darf ich vorstellen: Nana. Wenn ich zukünftig auf dem Blog von meiner Tochter schreibe, werde ich sie also Nana nennen. WARUM? Vor dem Start von Unverbogen habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich meine Tochter öffentlich nennen soll. Ihren Klarnamen und damit sie als unverwechselbares Selbst wollte ich nicht in den Fokus setzen. Stattdessen habe ich mir ein Pseudonym überlegt und kam so mehr spontan, als raffiniert auf Zwergnase. Heute denke ich etwas anders darüber. Meine Tochter ist Teil von Unverbogen. Ich KANN sie NICHT vollkommen anonymisieren, völlig aus dieser Sache raushalten, wenn ich authentisch über uns schreiben will. Hinzu kommt, dass es mir, nun ein paar Monate später, auch überhaupt nicht mehr gefällt als Zwergnase über sie zu schreiben. Die Bezeichnung passt nicht (mehr) zu ihr, ich stolpere darüber beim Schreiben und Lesen. Etwas anderes muss also her. Die Wahl ist nach reichlicher Überlegung (!) auf ihren Spitznamen gefallen, weil er zu ihr passt, mehr als jeder andere Name. Weil das nunmal MEIN Kind ist. Weil ich eben nicht über irgendein Kind schreibe, sondern über meines, über uns und unseren Weg. Es fühlt sich besser an, persönlicher. Echter. Nun denn, willkommen im Blog. Hier kommt Nana. Xx Fiona

Bedürfnisse Kommunizieren Jenseits Von Erlauben Und Verbieten

Wen ich erzähle, dass ich nicht erziehe, dann ist die erste Frage typischerweise, ob mein Kind alles tun darf, was es will. Ich kann dich beruhigen: Nein, natürlich nicht. Eine ausführliche Antwort darauf zu geben, ist aber tatsächlich schwieriger. Ich betrachte mich nämlich überhaupt nicht als erziehende Instanz, die erlaubt und verbietet. Was ich dir aber versichern kann, ist, dass mein Kind nicht alles tun KANN, was es will. Weiterlesen „Bedürfnisse Kommunizieren Jenseits Von Erlauben Und Verbieten“

Blogschnipsel Daumennuckeln

UKS_bearbeitet-4#BLOGSCHNIPSEL Meine Tochter nuckelt am Daumen zum Einschlafen, zum Runterkommen und wenn sie Unsicher ist. Den Schnuller hat sie abgelehnt, ausgespuckt und stattdessen schon mit wenigen Tagen ihren Daumen gefunden. Das hat einen Nachteil: Daumennuckeln lässt sich nicht Abgewöhnen. ICH kann nicht für oder mit meiner Tochter einen Schlußpunkt setzen, wie bei einem Schnuller. Den Daumen können wir nicht abhacken, nicht an einen Baum hängen, er wird auch von keiner Fee geholt. Der Vorteil: Daumennuckeln lässt sich nicht Abgewöhnen. Ja, ich sehe das als Vorteil! Als Vorteil deswegen, weil ich nicht in Versuchung kommen werde, meiner Tochter ihr Saugbedürfnis abzugewöhnen, das im Grunde völlig natürlich ist; bei jedem Kind freilich unterschiedlich stark ausgeprägt und nicht selten bis ins Vorschulalter/frühe Schulalter bleibt. Dass ich Zwergnase ihre Bedürfnisse selbstbestimmt regulieren lasse, heißt für mich ganz klar auch, dass ich ihr ihr Nuckeln nicht abspreche: Es ist Tröster, es ist Sicherheit, es ist ihr selbstgewähltes (!) Mittel, sich und ihre Emotionen zu regulieren. ICH habe kein Recht ihr dieses Mittel abzusprechen, finde ich, und dasselbe würde für einen Schnuller gelten. MMn für einen Schnuller sogar im besonderen Maße, wo ICH ihr doch einen Fremdkörper zur Regulation gegeben hätte, welches Recht hätte ich, ihr selbiges wieder zu nehmen? Nicht, dass die Schnullerabgewöhmung nicht echt toll, achtsam und liebevoll von Eltern gemacht werden könnte -Das geht natürlich, und ist auch echt prima, wenn das Kind mitmacht. Aber die Frage bleibt halt, ob es sein MUSS, ob es mein RECHT als Mutter ist, oder nicht. Die Sorge, die dahinter steckt, nämlich die Gesundheit von Zähnen und Kiefer ist nicht unbegründet, sicher nicht. Ich kann mich nicht davon freisprechen, dass ich manchmal besorgt bin, wie es wohl sein wird, wenn meine Tochter phasenweise wieder vermehrt am Daumen nuckelt. ABER das Vertrauen überwiegt, die Überzeugung, mein Kind über ihr Bedürfniss selbstbestimmen zu lassen. ICH würde mein Kind entscheiden lassen, würde maximal coregulieren, wenn es gesundheitlich nötig würde, aber ihr Bedürfnis nicht abrupt unterbinden. Ich bin mir trotzdem ziemlich sicher, mit einem Schnuller würde es mir deutlich schwerer fallen, ihr Nuckeln auch mit drei oder vier oder älter noch anzunehmen; die Versuchung wäre da, das Teil einfach fix abzugewöhnen, aus Gesellschaftsdruck eben. Von demher bin ich froh, dass es ist, wie es ist. Und ein Bisschen stolz bin ich auch, dass mein Kind ihren Tröster selbstgewählt hat, sich selbstreguliert, ganz selbstbestimmt von Anfang an. Xx Fiona