Blogschnipsel Mein Weg


#BLOGSCHNIPSEL Manchmal werde ich gefragt, ob ich glaube, dass Erziehungsfreiheit der einzige richtige Weg ist, mit Kindern zu leben. Ja und Nein. Ja, für MICH ist es der einzige richtige Weg, denn für mich ist Erziehung eine Form von Gewalt. Erziehung in MEINEM Verständnis als grobe Formung, als Eingriff ins Ich. Wenn mir diese Art von Erziehung durchgeht, wenn ich an einem anstrengenden Tag die Beherrschung verliere und Versuche etwas zu verbieten, was nicht notwendig wäre, dann fühle ich mich schlecht und meinem Kind gegenüber schuldig. Ich könnte mir niemals vorstellen mit diesem Gefühl meinen ganzen Alltag zu bestreiten. Es kommt mir auch überhaupt nicht in den Sinn, über mein Kind in den meisten Belangen FREMDbestimmen zu wollen. Für mich ist es völlig selbstverständlich, dass sie entscheidet, wann sie schläft, ob sie ihre Handschuhe und Mütze trägt, wie viel sie isst und ob sie dabei mit uns am Tisch​ sitzt. Ganz unabhängig davon, ob ich glaube, dass unerzogen und selbstbestimmt leben gut für mein Kind ist, ist es eine Lebensweise, die ICH gar nicht anders führen WILL. Ich will nicht mit meinem Kind schimpfen und sie in ihr Zimmer schicken. Ich will auch keinen durchroutinierten Tagesablauf haben.  ABER: Das ist MEIN Empfinden. Dahinter hört es auf! Dahinter kann ich nicht agieren. Ich kann nicht für DICH sprechen. Und von dem her: Nein, unerzogen ist nicht der EINZIGE richtige Weg. Deine Lebensweise, deine Haltung muss am Ende nur zu DIR passen, nicht zu Anderen. Schon gar nicht zu mir.  Es bringt nichts, wenn ich dir von Selbstbestimmung vorschwärme, aber du das für dich kategorisch total ablehnst. Dann hilft es dir, deiner Familie, deinem Kind nicht (!), es trotzdem erstmal auszuprobieren, mit irgendwelchen hohen Erwartungen, die da einfach gar nicht mehr hingehören, wenn du diesen Weg gehen willst. Denn seien wir ehrlich, du wirst es unter solchen Voraussetzungen vermutlich ohnehin gar nicht lange beibehalten. Und dann lass es halt! Dann such eben einen anderen Weg, eure Bedürfnisse möglichst nah zusammen zu bringen. Einen mit dem es DIR auch gut geht. Einen, den du dann vielleicht Erziehung nennst. Hauptsache gewaltfrei¡ Hauptsache mit Liebe! Hauptsache du behälst dein Kind im Blick und willst Gutes für es und seinen Weg. Nichts ist wichtiger, als ehrlich zu sich selbst zu sein, authentisch zu bleiben, aus Überzeugung zu handeln, finde ich. Und das gilt auch für unerzogen. So sehr ich mir auch wünsche, dass alle Kinder unerzogen leben könnten, keinem Kind ist geholfen, wenn die Eltern zwischen dutzenden Haltungen straucheln, mal das eine, mal das andere probieren, weil alles irgendwie ganz nett klingt -und eines doch funktionieren MUSS. Es geht aber nicht ums Funktionieren, es geht um euer Leben! Finde deinen Weg, finde deine Linie, um gut mit deinen Kindern zu leben. Egal, wie du es nennst. Hauptsache Liebe! #Fiona

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

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