Zwischen Bibliothek und Kinderzimmer: Studieren Mit Kind


Das Wintersemester hat gerade angefangen. Die Bahnen Richtung Campus sind wieder voll und ich reihe mich mit ein. Die meisten Kommilitonen wissen nicht, dass ich am Wochenende nicht etwa feiern gehe, sondern mich einfach freue, wenn das Kind zur Abwechslung vor Acht Uhr schläft. Es wird mein dreizehntes Hochschulsemester sein, davon das sechste Semester im Masterstudium, welches laut Studienordnung mit vier Semestern Regelzeit angesetzt ist

Sechs Jahre studiere ich also schon, statt der von Irgendwem angedachten Fünf Jahre. Klingt erstmal nach ziemlich viel versäumter Zeit. Und fertig bin ich ja auch noch nicht.

Von einem meiner Dozenten habe ich vor Kurzem trotzdem ein Lob bekommen. Ein Pausesemester habe ich nämlich gar nicht erst gemacht, weder in der Schwangerschaft, noch nach Nanas Geburt mitten im Semester, sondern zwei Monate nach Entbindung schon wieder Klausuren geschrieben. Meine Abschlussprüfungen sind jetzt in Planung, das Ende in Sicht. Ich werde nicht mehr lange studieren, bewege mich gar nicht weit über dem Durchschnitt. Mit Kind könne ich darauf durchaus stolz sein.

Mit Kind studiert es sich trotzdem langsamer, anders, irgendwie nur noch nebenher. Neben Haushalt und Kinderbespaßung. Ich bin Studentin, ja und ich liebe wirklich mein Fach, aber vor allem bin ich inzwischen eins: Mutter.

Schlimm finde ich das nicht. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass mein Studienfach sich so gut mit meinem Mamasein vereinbaren lässt. 

Unsere Entscheidung für ein Wunschkind

Wenn du im Studium ein Kind bekommst, dann gehen die meisten Leute erfahrungsgemäß erstmal davon aus, dass es ungeplant passiert sein muss. Vor allem wenn du eine Frau bist. Und dann sind sie verwundert, wenn du verneinst.

Ich kann nicht für andere studierende Mütter sprechen. Aber bei uns ist es so: Nana ist ein Wunschkind. Mein Mann und ich haben uns ganz bewusst dazu entschieden, während meines Studiums schwanger zu werden. Zu großen Teilen war es eine Entscheidung aus dem Bauchgefühl; aber darüber nachgedacht, über Vorteile und Nachteile, haben wir natürlich auch.

Nach unserer Hochzeit 2014 wuchs ziemlich rasch der Wunsch nach einem dritten Familienmitglied, das uns (vorerst) komplett macht. Wir entschieden uns zunächst, ganz vernünftig, wie sich das für junge Erwachsene eben gehört, zunächst meinen ersten Abschluss abzuwarten, und erst nach dem erfolgreichen Bachelorabschluss aktiv am ersten Kind zu basteln. Das neue Jahr kam, im März gab ich dann tatsächlich als letzte BA Studienleistung meine Bachelorarbeit ab und wartete zuversichtlich auf das Ergebnis. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings schon drei Monate die Pille abgesetzt.

Warum der Sinneswandel?

Zum einen hatte so ziemlich außer Frage gestanden, dass ich meinen Abschluss nicht im ersten Anlauf bestanden hätte. Zum anderen stand  inzwischen aber auch fest, dass wir ein Kind wollten, unabhängig von meinem Studienabschluss. Selbst WENN ich also nicht bestanden hätte, hätte das an unserem Kinderwunsch nichts geändert. Mein Bauch hatte sich für ein Baby entschieden.

Im April hielt ich nicht nur stolz mein Bachelor Zeugnis in der Hand, sondern auch einen positiven Schwangerschaftstest.

Studieren mit Kind

Studieren mit Kind ist anstrengend, genauso wie Arbeiten mit Kind. Und ein Hausfrauendasein am Ende des Tages auch. Kinder sind anstrengend. In jeder Lebenslage.

Es gibt einfach keinen PERFEKTEN Zeitpunkt ein Kind zu bekommen, finde ich. Abstriche sind immer in der ein oder anderen Form notwendig. Das Leben krempelt sich komplett um, wenn ein kleiner Mensch einzieht, egal wie die Voraussetzungen sind.

Hätten wir gewartet, ja vielleicht hätte ich mein Studium schon dieses Jahr beendet. Mag sein. Dann würde ich aber gerade am Beginn irgendeines Berufslebens stehen, oder noch Bewerbungen schreiben, und in diesen Minuten vermutlich auch wieder mit mir hadern, ob nun wirklich ein guter, ein besserer Zeitpunkt für eine Schwangerschaft wäre. Oder ob ich doch noch länger warten sollte. Aber wie lange? Und worauf eigentlich?

Tatsache ist: Es gäbe dieses wundervolle Kind nicht. Und es gäbe diesen Blog nicht.

Mein Leben wäre vermutlich nicht wirklich einfacher, nur anders. Dann hätten wir eben andere Sorgen.

Deswegen stimme ich nicht zu, wenn jemand sagt, es sei nötig ›mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen‹, bevor Mann und Frau sich für ein Kind entscheiden. Denn: Was heißt das eigentlich? Ich stehe jetzt nicht weniger mitten im Leben, als eine vollberufstätige Frau es tut. Ich stecke mit Füßen, Händen und Kopf mittendrin im Leben. Ich habe vielleicht etwas weniger Geld, zugegeben, aber daran alleine mache ICH mein Glück nicht fest. – Das heißt natürlich im Umkehrschluss nicht, dass ein Kind in jede beliebige Lebenssituation hineinpasst. Wir sollten IMMER hinschauen und abwägen, was wir eigentlich stemmen können und wollen, was unsere Ansprüche sind, und was wir uns für ein Leben wünschen.

Für UNS passt dieses Kind jetzt, während meines Studiums, wenn ich es so nennen darf, perfekt.

Über Betreuung, Finanzierung und Disziplin

Ein großer Vorteil, den ich darin sehe, meine Tochter im Studium bekommen zu haben, und nicht etwa als eine Vollzeitarbeitskraft, ist das hohe Maß an FLEXIBILITÄT, das ich bis auf wenige Einschränkungen habe. Sowohl bezogen auf mein Studium, als auch auf unser Familienleben. Ich kann meinen Alltag weitestgehend an unsere Bedürfnisse, besonders die meiner Tochter, und unsere Freizeitgestaltung anpassen, ohne mich dabei um das anstehende Ende der Elternzeit zu sorgen, welches in Elterngruppen oft wehmütig diskutiert wird. Für mich ändert sich nicht wirklich viel nach Ablauf dieser Zeit. Abgesehen vom Geldbezug.

Wie flexibel Studium und Kind zusammenspielen, kommt natürlich auf viele Faktoren an. Ich habe wahnsinnig Glück, und seien wir ehrlich, diese Vorteile meines Studiums natürlich auch bei der Familienplanung bedacht. Mein Studiengang und die Dozenten sind kinderfreundlich, mir wurde mehrfach von Dozentenseite angeboten, mein Kind einfach mitzubringen. (Was ich nicht getan habe! Es hätte mich meine Konzentration gekostet, und mein Kind hätte ich ‚ruhigstellen‘ müssen, statt es spielen zu lassen.) Ich bin sehr frei in der Kurswahl, kann meinen Stundenplan nach meinen Möglichkeiten ausrichten. Lediglich dieses Semester, da mir nur noch zwei bestimmte Kurse fehlen, bin ich vergleichsweise eingeschränkt, habe aber immer noch eine kleine Auswahl und mir das Passendste rausgesucht. Wenn also mittwochs niemand Nana nehmen kann, dann belege ich an diesem Tag halt einfach keinen Kurs. Außerdem lassen sich viele Angebote in der Komparatistik, zumindest an meiner Universität, ohne große Schwierigkeiten von zuhause aus studieren. Ich habe keine generelle Anwesenheitspflicht und kann durch Online Materialien viele Leistungen komplett von zuhause aus erbringen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Vereinbarkeit bei einem Medizinstudium schwieriger ist.

Zuhause studieren, heißt aber nicht weniger studieren: Material muss durchgesehen, Bücher gelesen und Thesenpapiere geschrieben werden. Alles in Eigenverantwortung. Mal ganz abgesehen von Klausuren am Semesterende und natürlich Hausarbeiten in der vorlesungsfreien Zeit. Diese Semesterferien waren tatsächlich die ersten -und letzten- in denen ich jemals richtige Ferien gemacht habe. Kein Blockseminar, keine Abgaben. Dafür geht es mit dem neuen Semester nun in die ganz heiße Phase.

Neben dem Studium zuhause muss ich trotzdem die Universität regelmäßig besuchen. Nach Möglichkeit gehe ich übrigens immer auch zu den Kursen, die ich theoretisch komplett online aufarbeiten könnte, weil ich mich im Hörsaal besser konzentrieren kann. Wenn ich dort bin und mitschreibe, muss ich am Abend zuhause weniger tun. Seit Nana bei uns ist, beschränkt sich meine Anwesenheit in der Uni allerdings auf zwei Tage in der Woche. Dieses Semester habe ich nur noch an einem Tag Kurse.

Hier kommt die BETREUUNG ins Spiel: An einem Tag nehmen Oma und Opa das Enkelkind, an dem anderen Tag übernimmt mein Mann die Heimatfront. Ohne Hilfe aus der Familie würde mein Studium nicht funktionieren. Sie halten mir den Rücken frei und dafür bin ich sehr dankbar!

Bevor Nana auf der Welt war, noch bevor sie überhaupt in meinem Bauch wuchs, haben mein Mann und besonders ich natürlich überlegt, wie wir die Betreuung regeln. Zunächst haben wir damals noch gedacht, unsere Tochter früh in die uniinternen Betreuungsmöglichkeiten zu geben. An den meisten Universitäten gibt es diverse Angebote, die sicher stellen, dass du auch dann studieren kannst, wenn deine Familie nicht die Betreuung übernehmen kann. Bei uns gibt es die sogenannten UniZwerge. Als unsere Tochter dann aber geboren war, kam diese Option ziemlich schnell nicht mehr in Frage für uns. Mal ganz abgesehen von der Warteliste, der mMn fehlenden Flexibilität der einzelnen Angebote und den (ärgerlicherweise hochgesetzten!) Kosten, änderte sich nach den ersten Monaten Elternsein vor allem auch unsere Einstellung zur Fremdbetreuung.

Ich WOLLTE mein Kind so früh auf keinen Fall in Fremde Hände geben. Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir beschlossen haben, nach Möglichkeit ganz auf KiTa Betreuung zu verzichten, bis auf ein eventuelles Vorschuljahr.

Ich bereue es jedenfalls nicht, Nana bisher nicht in Fremdbetreuung gegeben zu haben, auch wenn das manchmal durchaus schwierig zu managen ist: Oma und Opa arbeiten beide, mein Mann auch. Unizeiten und Arbeitszeiten müssen also immer wieder vor dem laufenden Semester in Einklang gebracht werden. Bibliotheksgänge, Arbeitszeit an Abgaben und Ähnliches sind da noch gar nicht mit drin. Nicht selten mussten wir in der Vergangenheit improvisieren und umdenken.

Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch die FINANZIELLE SITUATION. Machen wir uns nichts vor, von Luft und Liebe kann niemand leben!

Ich habe nie BAföG in Anspruch genommen. Vor Nana habe ich mein Studium durch wechselnde Studentenjobs finanziert. Seitdem müssen nun die Ersparnisse und zT. das an die Seite gelegte Elterngeld dran glauben.

Mein Mann ist Alleinverdiener.

Wir sind nicht reich, ja nicht mal annähernd, aber unser Einkommen ist hoch genug, um davon gut zu leben. Mehr zu haben ist natürlich immer erfreulich, ich würde lügen, würde ich hier jetzt etwas anderes behaupten. Aber: Es geht. Es geht uns gut. Und wir können uns auch mal was gönnen. Auf die Ansprüche kommt es aber natürlich auch an. Meine sind nicht sehr hoch, ich brauche nicht das teuerste Smartphone, nicht jeden Winter eine neue Jacke und auch keinen jährlichen Urlaub in die Ferne. Vielleicht darum, weil ich selbst aus weniger guten Verhältnissen stamme. Unser jetziger Standard ist aus meiner Sicht also sowieso schon richtig gut.

Im Moment haben wir, zugegeben, einen vorher nicht kalkulierbar gewesenen Engpass, aber es ist immer noch in Ordnung, wie es ist. Und es bleibt die Hoffnung, dass sich bald alles wieder in gewohnte Bahnen einrenkt. Für mich ist der momentane, nennen wir es Ausnahmezustand, vor allem der Beweis dafür, dass es uns normalerweise richtig gut geht. Denn wir kommen immer noch über die Runden.

Ich denke, was die Finanzen angeht, kommt es uns gerade zu Gute, dass ich studiere und bis auf befristete Nebenjobs bisher ohnehin nicht wesentlich zur Familienkasse beigetragen habe. Ohne Studentenjobs ist es zwar für uns, besonders für mich persönlich, auch eine Umstellung, aber diese ist weitaus weniger bewegend, als wenn ich vor der Elternzeit Vollzeit gearbeitet und Fixkosten mitgetragen hätte. – Dann wären wir heute nämlich ganz klar darauf angewiesen, dass ich nach Auslaufen des Elterngeldes wieder arbeite. So steht es mir frei, wie genau es weitergehen wird, und wieviel ich dann eigentlich mal verdienen werde. Alles was kommt, ist sowieso ein Plus. Es kann also nur besser, nicht schlechter werden.

Mindestens genauso wichtig, wie die finanzielle Absicherung ist DISZIPLIN, wenn du dir vornimmst mit Kind zu studieren.

Studieren mit Kind IST eine Doppelbelastung. Es bedeutet Studieren UND Mamasein GLEICHZEITIG, und dann kommt auch noch der Haushalt dazu. Für mich kam nie (!) in Frage, mein Studium abzubrechen. Wäre das während der Kindesplanung eine Option gewesen, hätte ich mich auch gleich für Schwangerschaft oder Studium entscheiden können. Wenn ich nämlich bezweifeln würde, es schaffen zu können, dann würde ich es sehr vermutlich auch nicht hinkriegen. Kopfsache, finde ich.

Wenn ich eines in den letzten Monaten gelernt habe, dass das eine Menge Organisation und ein Haufen Selbstdisziplin dazugehören mit Kind zu studieren. Und ich habe nur eines. Manche studieren mit mehreren Kindern. Besonders schwierig ist es oft das innere Faultier zu überwinden, wenn ich müde bin, weil mein Baby nachts drei Mal aufgewacht ist oder mich den ganzen Tag fordert. Meine Dozenten sind verständnisvoll, aber auch von ihnen würde mir niemand Punkte geben, weil ich jammere, dass ich nicht richtig für die Klausuren lernen konnte, weil mein Kind gerade wieder schubt oder einen echt fiesen Backenzahn bekommt. Das interessiert dort nicht.

Studieren mit Kind bedeutet deswegen für mich ganz klar, NICHT erst am Vorabend vernünftig zu lernen, sondern schon Wochen vorher damit anzufangen! Nichts da ‚chilliges‘ Studentenleben. Dieses Vorurteil kann ich sowieso nicht leiden.

Für meine erste Prüfung im Februar (!) beginne ich in den nächsten Tagen mit der Vorarbeit, obwohl mein Dozent noch selber sagte, ‚ich sei früh dran‘. Ich kann nicht erst aus einer Laune heraus lernen, wenn ich Lust und Muse dazu habe. Ich muss mir immer vorher überlegen, wann ich für wie lange in die Bibliothek kann -und diese Zeit dann auch effektiv nutzen.

Ich bin natürlich kein Roboter. Natürlich lasse ich eine Abgabe auch mal länger schleifen und schiebe das Lesen des Bücherstapels vor mich hin, weil ich einfach keine Kraft, keine Konzentration dazu habe. Insgesamt habe ich meine Zeitfenster aber immer im Blick. Mehr als vor meiner Tochter.

Studieren mit Kind bedeutet nun mal begrenzte Zeit, es bedeutet zu studieren, wenn ich mich gerade nicht um mein Kind kümmern muss. (Und nebenher betreibe ich auch noch den Blog!)

Anders als arbeitende Mütter, habe ich nach dem offiziellen Teil der ›Arbeitszeit‹ nicht frei. Und auch nicht, wenn meine Tochter schläft. DANN fängt MEINE Arbeitszeit nämlich eigentlich erst an: Lesen, Vorlesungsstoff Nacharbeiten, Texte exzerpieren und in Literaturtheorien blättern. Oft bis spät in die Nacht -Es gab schon Tage, da habe ich mich erst hingelegt, als Nana um zwei Uhr nachts ins Familienbett rüber wollte.

Freizeit ist ziemlich mau geworden, wenn ich die Arbeit am Blog mal abziehe. Aber auch das ist eben ein Teil meiner Entscheidung fürs Kind im Studium. Ich wusste, dass diese zwei Dinge, Studium und Kind, vorübergehend das Wichtigste sein würden. Der Blog ist als Drittes dazu gekommen und lastet mich nun ziemlich aus. Für viel mehr Hobby ist also keine Zeit mehr. Aber: Es ist in Ordnung so. Es fühlt sich nicht falsch an.

Klingt von außen betrachtet vielleicht etwas negativ; ein Bisschen nach Selbstaufgabe, mögen böse Zungen meinen. Ist es aber gar nicht. Es geht mir nämlich gut damit. Mir fehlt nichts. Denn: Mein Studium macht mir Spaß!

Ich kann beim Lesen von Schiller, Fontane und Kafka, wenn Nana nach einem anstrengenden Tag schläft, durchaus innerlich abschalten. Textinterpretationen machen mir Spaß und gehen mir nicht schwer von der Hand. Klar, bin ich manchmal müde und wünsche mir das Ende des Bücherstapels herbei. Aber: Ich arbeite gerne mit Literatur. Ich liebe Literatur. Matheformeln oder historische Daten auswendig lernen, wäre eine ganz andere Hausnummer für mich, als lesen, interpretieren und schreiben es jemals sein könnten. Im Bachelor habe ich als zweites Fach Linguistik studiert, und ich kann mir heute nicht vorstellen, das jetzt auch noch zu tun. Damit will ich nicht sagen, dass mein Literaturstudium in irgendeiner Weise ›einfach‹ wäre im Vergleich zu anderen Studiengängen, und auch nicht, dass ich kein Mathe kann. Linguistik habe ich nicht mit weniger guten Noten abgeschlossen, aber es ist trotzdem nicht das gewesen, was ich mit absoluter Begeisterung studiert habe. Was ich sagen will, ist, dass das Studium zu dir passen muss, wenn du es mit Kind angehen willst.

Es muss etwas sein, was du wirklich machen WILLST, nichts wozu du dich abends noch zwingen musst. Ich denke, dann fehlt irgendwann nämlich ganz die Disziplin. Dann steckst du fest, weil dieses echte innere Wollen dir fehlt.

Auf Der Zielgeraden

Im Februar habe ich meine schriftliche Abschlussprüfung, meine Themen habe ich gerade erst mit dem Dozenten abgesprochen und heute angemeldet. Zwei Kurse muss ich in derselben Zeitspanne außerdem bestehen. Danach folgen die mündliche Prüfung Ende März, und ab danach die MA Arbeit. Das Ende ist also zumindest schonmal in Sichtweite.

Ich bin mir sicher, meine Abschlussphase wird die härteste Probe bisher.

Für meine Bachelorprüfung habe ich mich damals praktisch wochenlang in die Bibliothek einquartiert. Ich habe da quasi gewohnt. In der Schreibphase habe ich dann von morgens bis abends am Laptop gesessen. Das wird diesmal beides nicht gehen. Und plötzlich kommen einem die vier Monate Bearbeitungszeit für die Abschlussarbeit ziemlich wenig vor. Zweimal die Woche in die Bibliothek gehen und bis in die Nacht hinein tippen, wenn Nana endlich schläft, wird unmöglich ausreichen. Und auch kaum Freude bereiten. Ich sehe mich schon mit dunklen Augenringen und Buchstapel am Spielplatz sitzen.

Gewisse Leistungsansprüche habe ich an mich selbst auch noch. Ein Kind legitimiert für mich keine schlechteren Noten.

Im kommenden Jahr werde ich also noch mehr als zuvor auf die Familie angewiesen sein. Wir werden sehen, wie es kommt, aber funktionieren wird es schon irgendwie. Muss es. Abbrechen kommt für mich jedenfalls nicht in Frage, auch wenn ich zugeben muss, dass ich dem kommenden Jahr mit gemischten Gefühlen begegne: Sorge und Angespanntheit, aber auch ganz viel Zuversicht und Vorfreude auf meinen Abschluss. Xx Fiona

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

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