Sag Ja! Die Ja Umgebung Zuhause


Das traute Heim, dort wo ALLE Familienmitglieder sich wohl und sicher fühlen sollen, kann, wenn das Baby anfängt, seine Welt selbstständig zu erkunden, haufenweise Tücken haben. Über viele davon denken wir vorher kaum nacht, wir sehen eben nicht mehr mit Kinderaugen. Und so hat sich unser Zuhause im Laufe der Zeit immer wieder verändert.

Der Wohnzimmertisch ist zum Beispiel ganz rausgeflogen. Braucht kein Mensch

Eine Umgebung Für Einen Kleinen Menschen

Es ist ein kleiner Mensch bei uns eingezogen.

Dieser kleine Mensch gehört jetzt dazu. Sie ist ein vollwertiges Familienmitglied. Nicht unser Kind muss sich also uns anpassen und gar beugen, sondern wir als Familie müssen von allen Seiten zusammenwachsen, uns annähern und unsere Bedürfnisse arrangieren. Dieser kleine Mensch in unserer Mitte nämlich hat das Recht, sich in unserer Wohnung genauso sicher und wohl zu fühlen, sich genauso frei zu bewegen, wie Mama und Papa.

Dazu gehört es für uns, ihr eine Umgebung zu schaffen, die NICHT davon geprägt ist, dass wir uns berufen fühlen, zu ermahnen und andere panische Flüche in Dauerschleife auszusprechen. Eine Umgebung, in der unsere Tochter sich sicher bewegen kann. Theoretisch alleine, wenn sie das möchte. Eine Umgebung, in der sie ihrem Forscherdrang nachgehen kann, ohne dass wir verneinen und belehren müssen: Die Ja Umgebung.

Eine Ja Umgebung war uns schon ganz am Anfang wichtig, schon als unser Kind nur auf dem Rücken dalag, spätestens aber als Nana anfing mit Robben und Krabbeln.

Jetzt mit bald zwei Jahren ist es anders völlig undenkbar für uns.

Verstehen Kommt Durch Erfahrung

In Elterngruppen lese ich häufig davon, dass Eltern verzweifelt sind, weil das mobil gewordene Baby immer wieder an die Fernbedienung und das Portemonnaie geht, oder das Toilettenpapier freudestrahlend auseinanderrupft, egal wie viel erklärt, wie oft weggenommen oder gar darüber geschimpft wird. Das Kind will es offenbar nicht verstehen, will die Eltern ärgern, macht sich einen Spaß daraus; so die wiederholte Anklage.

Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Kleinkinder sind nicht berechnend; Babys schon gar nicht.

Die erste Frage, die ich den Eltern stelle, ist immer folgende:

Wenn es DICH stört, was legitim ist, warum schaffst du dann überhaupt die Möglichkeit, dass es wiederholt zu dieser Situation kommen kann?

Mal davon abgesehen, dass meine Tochter tatsächlich regelmäßig mit der Fernbedienung spielen bzw. sie erkunden konnte, lagen solche Sachen gerade am Anfang oben auf den Schränken. Es ist klar, dass ein Baby oder Kleinkind, welches gerade die Welt um es herum entdeckt, keinen Stop macht vor Dingen, die Mama und Papa lieber nicht in dessen Händen sehen wollen. Aus welchem Grund auch immer. Kleine Kinder haben keinen Weitblick für Gefahren, für den Wert von Dingen oder deren Zerbrechlichkeit. Sie verstehen noch nicht die langen Erklärungen, sei es weil der Wortschatz fehlt, oder weil der Zusammenhang einfach noch nicht greifbar genug ist. Ein Kleinkind, dem es noch nicht mehrfach passiert ist, weiß halt einfach noch nicht, dass das Glas höchstwahrscheinlich kaputt gehen wird, wenn es auf den Boden fällt. Woher auch? Der Trinklernbecher hat schließlich auch schon drölfzig Stürze überstanden, OBWOHL Mama vermutlich genauso mit ihrer strengen Stimme ›Nein‹ gerufen hat.

Verständnis entsteht dann, wenn ein Kind (eigene!) Erfahrungen und Wissen gesammelt hat, nicht etwa durch Verbote und Belehrungen, und schon gar nicht durch Strafen und Schimpfe. Das Einzige, was solch eine Form der Erziehung wirklich erreichen kann, ist Konditionierung.

Konditionierung hat aber wenig mit Verständnis zu tun.

Ich erkläre meiner Tochter Nana natürlich auch, dass Dinge kaputt gehen können, ein Gegenstand gefährlich oder wertvoll oder persönlich ist. Aber zu erwarten, dass sie deswegen ohne jegliche eigene Erfahrung, nur der Erklärung folgend, tatsächlich begreift, Zusammenhänge herstellt und danach handelt, ist völliger Unsinn.

Zur Erinnerung: Ich spreche von einem Kleinkind, noch keine zwei Jahre alt. Ihre Welt funktioniert noch völlig anders als meine.

Mir ist völlig unbegreiflich, warum manche Eltern davon ausgehen, dass ein noch viel jüngeres Kind angemessen auf ein ‚Nein, das kann kaputt gehen‘ reagiert. Reagieren muss.

Zurück zur Ja Umgebung: Wenn ich mir also bewusst mache, dass mein Kind ohne eigene Erfahrung vieles einfach überhaupt noch nicht begreifen kann, und darüber hinaus vieles, was der Nachwuchs ›anstellt‹ ja im Grunde auch überhaupt nichts Schlimmes ist, WIR es nur aus irgendeinem Grund nicht WOLLEN, dann macht es wenig Sinn einem Baby oder Kleinkind immer wieder zu sagen, was es in der Wohnung nicht anrühren soll.

Am Ende sind Konflikte dieser Art nichts anderes als ein Machtspiel, ein mejhr oder weniger bewusster Versuch dem Kind Gehorsam beizubringen – Denn wir wissen ja eigentlich, dass das Kind es noch nicht versteht.

Ich verzichte auf diesen Machtkampf. Ich lasse mein Kind die Sachen (begleitet) erkunden, aber lege außer Reichweite, woran sie nicht alleine soll. Alles andere ist mMn völlig unnötige Hetzerei.

Zumal Mama und Papa alle diese Dinge selber benutzen, was das Kind ja sieht. Warum kann also Mama auf der Fernbedienung die Tasten drücken, aber dem Kind wird sie weggenommen? Einleuchtend, dass unsere jüngsten Familienmitglieder diese Ungerechtigkeit also nicht bejubeln, sondern lautstark dagegen protestieren und wüten. Sie gehören schließlich dazu, zu diesem Heim, in diese vier Wände. Gleichwertig.

Es ist mMn wichtig, dass Kinder das immer wieder deutlich machen. Ein Kind das protestiert, hat noch nicht aufgegeben.

Die Ja Umgebung Ein Schonraum?

Konflikte gehören zum Leben dazu und wichtig sind sie auch, da gebe ich jedem Recht, aber davon gibt es genügend, die im sozialen Zusammenleben auf natürliche Weise entstehen. Hier, in unseren Vier Wänden, unserem Hafen, unserer Komfortzone, will ich das Konfliktpotenzial so gering wie möglich halten. Zumal es sich bei einer regelmäßig liegen gelassenen Fernbedienung, die dann in den Händen des Babys landet, ohnehin eher um einen künstlich herbeigeführten Konflikt handelt. Es ist nur ein Problem, wenn du eines daraus machst. Du kannst dich auch einfach dazu setzen, und zusammen erkunden, was es gefunden hat.

Bei gefährlichen Dingen, etwa Putzmitteln, Steckdosen, Medikamenten, Herdplatte und herumstehenden Glasflaschen, sind sich die meisten Eltern, denke ich, einig: Sicherheit geht vor. Ein paar Sicherungen werden also meistens sowieso angebracht, Kabel fixiert, und ein bisschen umgeräumt, so dass das Fach mit dem Alkohol ganz oben im Schrank seinen neuen Platz findet. – Und dann kommen die Herausforderungen des Alltags dazu.

Seit Nana mobil wurde, hat unsere Wohnung sich mit ihr, an sie und an unsere Bedürfnisse angepasst, immer wieder ein wenig anders verändert, wobei unser Kind uns gezeigt hat, welche Veränderungen nötig waren und welche nicht: Während meine (!) Bücher und DVDs aus ihrer Reichweite nach und nach verschwanden, mussten wir zB. Steckdosenleisten, Receiver, Fernseher und Papas Spielekonsole im Wohnzimmer nie sichern. Auch die Deko auf dem Esstisch steht unberührt, ich habe nicht vor sie wegzuräumen, obwohl Nana inzwischen auf die Stühle und manchmal auf den Tisch klettert.

Für diese Sachen hat sie sich einfach überhaupt nicht großartig interessiert.

Bei der JA Umgebung geht es nämlich überhaupt nicht darum, ALLES wegzustellen. Es geht darum, eine Umgebung zu schaffen, die 1) individuell ans Kind angepasst ist und 2) individuell an die Eltern angepasst ist.

Wenn meine Tochter regelmäßig Kleinteile in das Loch am Subwoofer gefummelt hätte, hätten wir uns eine Lösung dafür einfallen lassen müssen. Faktisch hat sie aber nur einmal etwas in das Loch hinein geschoben, ich habe es rausgeholt, ihr gesagt, dass ich das nicht möchte, weil ich nicht weiß, ob es dann kaputt gehen wird, und ihr angeboten, ihre Bauklötze lieber in die Tupperdosen zu ›sortieren‹. Der Subwoofer war danach nie wieder Thema. – Anders beim Dvd Regal: Nach vielen Malen Dvds in der Wohnung einsammeln, und einer kaputten Hülle haben wir uns entschieden, die Filme einfach aus ihrer Reichweite zu nehmen. WARUM? Weil wir auf diese Weise ein ›Nein‹ aus unserem Alltag streichen konnten. Weil es einfach deutlich entspannter für uns alle war. Ich hätte ihr Spiel mit den Dvd Hüllen natürlich auch aushalten können, war ja zugegeben nichts tragisches, aber ehrlich, es nervte mich. Was hätte es also nachhaltig gebracht, außer einer angespannten Grundstimmung meinerseits, immer wenn wir uns im Wohnzimmer aufhielten und meine Tochter das Dvd Regal mit ausgestreckten Fingerchen ansteuerte? ICH wäre unzufrieden gewesen. Das ist NICHT der Sinn von unerzogen! Also räumte ich die entsprechenden Fächer eines Abends leer. Darin standen zuletzt Stapelbecher und andere Alternativen für meine Tochter. Und natürlich untersuchten wir einzelne Dvd Hüllen zusammen, wenn sie unbedingt eine haben wollte.

Eine JA Umgebung ist nicht starr. Sie ist individuell und verändert sich mit dem Kind (und der ganzen Familie).

Ein typisches Argument gegen die Ja Umgebung, ist die Sorge, dass das Kind ›es dann ja nie lernen wird‹. Ich frage mich, woher diese Angst kommt? Kinder sind kompetent und sie lernen. Was eine Dvd ist, wofür sie gut ist, wird mein Kind beizeiten verstehen, völlig unabhängig davon, dass ich die Dvds weggeräumt habe. Wir haben noch nie eine Dvd geschaut, vermutlich hält sie die Hüllen also für irgendwelche ›komischen‹ Bücher. Daran geändert hätte sich aber auch nichts, wären die Filme in Reichweite geblieben, und ich hätte sie weiterhin fünf mal täglich zurückräumen müssen. Nana hätte das Interesse vermutlich irgendwann verloren, ja, aber gelernt hätte sie daraus nicht mehr oder weniger. Lediglich ICH hätte noch eine ganze Zeit länger Mühe gehabt, die Nerven zu behalten. Wer weiß, ob ich sie nicht dann und wann verloren hätte.

Gerade an einem schlechten Tag kann eine Ja Umgebung mMn den Unterschied zwischen einem einigermaßen ruhigen Nachmittag und einer völligen Eskalation ausmachen.

Auch die Sorge, dass das eigentliche ‚Problem‘ sich durch das Schaffen einer Ja Umgebung nur nach hinten verschieben würde, das Kind also irgendwann, wenn es doch an die Sachen herankommt genauso ›unsorgsam‹ damit umgehe, kann ich so nicht bestätigen: Inzwischen stehen die meisten Dvds wieder in Griffhöhe meiner Tochter. Sie ist gewachsen, kam an die unterste Reihe inzwischen ohnehin problemlos heran, so dass ich die Dvds vor Kurzem alle wieder ein Stück runter sortierte. Gelegentlich nimmt Nana eine davon aus dem Regal, dreht und wendet sie in ihren Händen, legt sie aber wieder zurück. Auch wenn meine Tochter vermutlich nicht annähernd ahnt, was das eigentlich ist, sie ist mittlerweile zumindest verständig genug, es offenbar nicht mehr als Spielzeug zu kategorisieren. Mein Kind hat dazu gelernt. Ebenso kann ich die Fernbedienung oder mein Handy auf der Couch liegen lassen, ohne zu befürchten, dass eines davon durchs Wohnzimmer fliegt. Der Zeitpunkt dafür war kein bestimmbarer, er kam im Alltag. Irgendwann habe ich mein Handy liegen lassen und gewusst, es ist okay.

Die Sache ist diese: Es gibt im Grunde überhaupt kein Problem. Unsere Babys wissen einfach noch nicht, was sie überhaupt in den Händen halten. Sie wollen es nur herausfinden. Die Dinge bleiben zwar interessant, keine Frage, aber die Herangehensweise sie zu untersuchen verändert sich mit der Zeit.

Außerdem, und ich denke, das ist bei einer JA Umgebung auch sehr wichtig, sind die Dinge ja nicht weggesperrt und für die nächsten mindestens drei Jahre unerreichbar, bloß weil sie für die kleine Entdeckerin vorübergehend nicht ohne Hilfe zugänglich sind. So, wie meine Tochter Gläser und Porzellan mit abräumt, aber alleine nicht an die Küchenschränke kommt, so zeige ich ihr ja auch, wofür das Putzzeug gut ist, dass im verschlossenen Schrank steht. Eine Ja Umgebung bedeutet im Umkehrschluss schließlich nicht, die Dinge nicht mit dem Kind bekannt zu machen. Und wo ich gerade so darüber nachdenke, sollten wir demnächst vielleicht mal eine Dvd anschauen.

Die Ja Umgebung bedeutet für mich kein Ausweichen, keinen unnatürlichen Schonraum, und auch kein Fehlen von Vertrauen in die Lernfähigkeit meines Kindes. Es ist eine realistische Einschätzung (deswegen nah und individuell am Kind!) von Maßnahmen, die unseren Alltag entspannen und es unserem Kind ermöglichen, sich frei in der eigenen Wohnung zu bewegen.

Ohne immer wieder an imaginäre Grenzen zu stoßen. Ohne ständig ein Nein zu hören. Ohne kontrolliert zu werden.

Welche Dinge ich genau schütze, das liegt (neben Sicherheitsaspekten) vor allem daran, was MIR wichtig ist, was mich stört, wenn es auseinandergenommen wird. Ich hatte zB. überhaupt nie ein Problem damit, dass Nana regelmäßig alle Tupperdosen und die zwei untersten Fächer unseres Vorratsschrankes ausgeräumt hat. Meine Nachtkommode hingegen, das Toilettenpapier und auch ihre Windeln, halten wir unter Verschluss. Bei der Ja Umgebung, soll es darum gehen solche Knautschzonen zu reduzieren. Oder andere. Es kommt also darauf an, was mir wichtig ist, was UNSEREN Alltag entspannt. Was andere dazu sagen, ist irrelevant.

Wenn dein Kind also etwas nimmt, und du dazu neigst, es davon immer wieder abhalten zu wollen, oder du schon vorher weißt, dass du überhaupt nicht willst, dass dein Kind damit spielt, dann ändere doch einfach etwas an der Situation. Es liegt in DEINER, in unserer Verantwortung die Dinge, die wir schützen wollen, zu schützen, niemals (!) in jener unserer Kinder.

Eine (gute) Kindersicherung anzubringen, kann den Stress aus dem Alltag nehmen. Und genau das soll eine Ja Umgebung tun.

Checkliste Für Ein Stressfreies Zuhause

Der Mamaalltag bringt viel Konfliktpotenzial, so viele Geduldsproben, die Rauferei um abgewickelte Toilettenpapierrollen, können wir uns getrost sparen – Und dafür müssen wir uns auch nicht schämen. Im Gegenteil, ich empfinde eine Ja Umgebung wertvoll für uns alle.

Ich möchte weder für mein Kind, noch für mich und meinen Mann, dass wir ständig in Konflikt geraten, weil WIR etwas nicht möchten, was unser Kind einfach überhaupt noch nicht nachvollziehen kann.

Ermahnen und Belehren macht das Zusammenleben einfach nicht schön. Für keinen von uns.

Zum Schluss möchte ich dir noch (m)eine kleine Checkliste für unsere Ja Umgebung mit auf den Weg geben:

– Steckdosen sichern. Lose Kabel in Kabelkanälen sichern.
– Kippsicherungen an Schränken anbringen, besonders dort, wo Schränke zum Klettern einladen. Ggf. eine Kippsicherung am Fernsehgerät anbringen. Freistehende Blumentöpfe am Boden auf Kippsicherheit überprüfen. Hier sind zwei Blumenkübel aus dem Wohnzimmer raus geflogen, die sich nicht sichern ließen und zum Hochziehen einluden.
– Bodenlange Gardinen hochbinden, solange das Kind sich an Dingen hochzieht, um in den Stand zukommen.- Wenn das Kind gerade alles in den Mund nimmt, ggf. Straßenschuhe hochstellen/in einen verschlossenen Schrank oder Raum stellen.
– Schränke mit Spülmitteln, Medikamenten oä. verschließen und ggf zusätzlich sichern.
– Bei älteren Kindern: Schlüssel aus der Wohnungstür abziehen und daneben zB an einen Nagel hängen!
– Gegenstände, die das Kind nicht bespielen soll außer Reichweite aufbewahren.
– Mülleimer mit einer Sicherung verschließen, falls das Kind dazu neigt, diesen auszuräumen.
– Giftige Zimmerpflanzen außer Reichweite stellen. Gilt auch für Garten und Balkon.
– Türen zu Räumen verschließen, zu denen das Kleinkind alleine keinen Zugang haben soll. So lassen sich auch viele Sicherungen in einzelnen Räumen vermeiden, die später nicht mehr notwendig sind. Als Nana mobil wurde, haben wir die Badezimmertür und Schlafzimmertür zunächst zugezogen. Zur Küche haben wir ein Türgitter angebracht. Inzwischen stehen alle Türen offen, lediglich das Türgitter zur Küche ist manchmal noch im Einsatz, wenn Essen auf dem Herd steht oder Glasmüll auf dem Boden.
– Klemmschutz an Türen, die nicht zufallen sollen, wenn das Kind alleine im Raum ist.
– Tipp: Eine Matratze vor der Couch oder dem Bett beugt Verletzungen vor, wenn das Kind darauf hüpft und fallen sollte.
– Im Kinderzimmer sollte am meisten auf eine Ja Umgebung geachtet werden! Was fürs Kleinkind gefährlich werden könnte, hat hier überhaupt nichts zu suchen, finde ich. Wickelutensilien/Kosmetik oä. also von Anfang an oben lagern, so dass es das Interesse nicht weckt. Spielsachen sollten frei und ohne Hilfe zugänglich sein. Wir haben vor Kurzem einige Möbel ausgetauscht, damit Nana besser an ihre Sachen kommt. Beim nächsten Kind würde ich schon vor dem Babyzimmerkauf auch ans Kleinkindalter denken, und zB. auf ein hohes Regal ganz verzichten.

In unserer Wohnung haben wir eine Ja Umgebung für unsere Tochter geschaffen, einen Ort, an dem sie sich frei und mit kaum bis gar keinen Belehrungen bewegen kann.

Das heißt nicht, dass unsere Wohnung steril ist und der untere Meter leer steht. Überhaupt nicht. Manchmal ist es sogar ziemlich chaotisch, und würdest du hereinkommen, würdest du vermutlich nachfragen, wo genau sich hier bei uns diese Ja Umgebung eigentlich finden soll; mal abgesehen vom Türgitter zur Küche und den Steckdosensicherungen. Das liegt daran, dass unsere Tochter inzwischen fast zwei Jahre alt ist. Viele Vorkehrungen gehören schon wieder der Vergangenheit an. Der Mülleimer, der zwischenzeitlich gesichert war, ist wieder frei zugänglich, schließlich wirft unsere Tochter ihren Müll selber hinein. Die Gardinen sind längst nicht mehr hochgebunden und im Schlafzimmer stehen der Großteil meine Bücher auf Bodenhöhe. Auf der Couch liegen die Fernbedienungen, und dahinter auf dem Sideboard steht manchmal sogar noch meine Kaffeetasse, wenn ich den Raum verlasse, obwohl Nana dort mühelos herankommen würde.

Das ist alles kein Problem mehr; zugegeben auch weil unsere Tochter sorgsam mit den meisten Dingen umgeht. Alles andere ist am Ende natürlich auch eine Charakterfrage.

Falls es aber deine wirklich einzige Sorge sein sollte, dass du NIE WIEDER das untere Regalfach befüllen kannst, wenn du es einmal leer geräumt hast, dann kann ich dir diese Sorge nehmen. Lass mich dir, wenn ich darf, also etwas ans Herz legen: Gönn Euch ein bisschen Entspannung im Alltag und leg die Fernbedienung ab morgen oben auf den Schrank, statt deinem Baby beibringen zu wollen, dass es damit nicht spielen darf. Xx Fiona 

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

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