Blogschnipsel Emotionen Spiegeln


#BLOGSCHNIPSEL Meine Tochter ist im Moment ganz vernarrt darin, wenn wir sie nachmachen. Sie wuschelt sich die Haare, fasst sich an die Nasse, lässt sich auf den Boden plumpsen, und wenn Mama oder Papa mitmachen, am besten synchron, wie ein Spiegelbild, dann freut sie sich wahnsinnig. Sie spürt ihre Selbstwirksamkeit, sie begreift, dass SIE Einfluss nehmen kann auf UNS. Im Alltag ist normalerweise sie es, die nachahmt. Hole ich den Staubsauger, schwingt sie den Kinderbesen. Trinke ich meinen Kaffee, will sie in ihrem Becher mit einem eigenen Löffel rühren und tut als würde sie trinken, kommentiert sogar mit heiß. Sie spiegelt. Sie ahmt nach und lernt dadurch wahnsinnig viel. Das Bespiegeln beschränkt sich allerdings nicht nur auf konkrete Handlungen. Im Gegenteil: Kinder sind ein wahnsinnig wertvoller Spiegel unserer Emotionalen Welt. Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Kind, wenn du genervt zum zehnten Mal Nein brüllst, statt wie gewünscht aufzuhören, sich eher weiter hineinsteigert, ja oft sogar das ‚Fehlverhalten‘ mit einem Grinsen untermalt? Das tut es nicht, um dich zu ärgern. Grinsen ist eine uralte Beschwichtigungsstrategie; ein ‚Hey Mama, ich weiß die Situation ist doof, aber schau ich lächle, ich hab dich lieb, ich will gar nicht streiten‘. In stressigen Situationen, Situationen die mich fordern und manchmal auch verzweifeln lassen, dreht Nana wahnsinnig auf. Sie wird dann wild, springt herum, zieht mir an den Haare und ’schimpft‘ mit mir – Sie spiegelt mich. Sie spiegelt meinen steigenden Stresslevel, meine Wut, meine Verzweiflung mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln: Und das sind Toben, Wüten und Grinsen. Ein übler Kreislauf, indem wir uns gegenseitig anstacheln, mit dem einen Unterschied meinerseits, dass ICH Verantwortung für diesen Kreislauf übernehmen kann – Mein Kind (noch) nicht. Ich kann einfah keine Kooperation von meinem Kind erwarten, wenn ich selber ihr nicht kooperativ entgegentrete. Das funktioniert nicht, denn sie spiegelt mich instinktiv. Das macht es nicht unbedingt einfacher, aber sich dem bewusst zu sein, ist eine echte Bereicherung. Wenn Nana nämlich aufdreht und so gar nicht mehr kooperieren mag, dann weiß ich, dass ICH selber erstmal runterkommen und durchatmen sollte. Danach können wir dann oft wieder viel besser miteinander umgehen. Xx Fiona

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

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