Blogschnipsel Daumennuckeln


UKS_bearbeitet-4#BLOGSCHNIPSEL Meine Tochter nuckelt am Daumen zum Einschlafen, zum Runterkommen und wenn sie Unsicher ist. Den Schnuller hat sie abgelehnt, ausgespuckt und stattdessen schon mit wenigen Tagen ihren Daumen gefunden. Das hat einen Nachteil: Daumennuckeln lässt sich nicht Abgewöhnen. ICH kann nicht für oder mit meiner Tochter einen Schlußpunkt setzen, wie bei einem Schnuller. Den Daumen können wir nicht abhacken, nicht an einen Baum hängen, er wird auch von keiner Fee geholt. Der Vorteil: Daumennuckeln lässt sich nicht Abgewöhnen. Ja, ich sehe das als Vorteil! Als Vorteil deswegen, weil ich nicht in Versuchung kommen werde, meiner Tochter ihr Saugbedürfnis abzugewöhnen, das im Grunde völlig natürlich ist; bei jedem Kind freilich unterschiedlich stark ausgeprägt und nicht selten bis ins Vorschulalter/frühe Schulalter bleibt. Dass ich Zwergnase ihre Bedürfnisse selbstbestimmt regulieren lasse, heißt für mich ganz klar auch, dass ich ihr ihr Nuckeln nicht abspreche: Es ist Tröster, es ist Sicherheit, es ist ihr selbstgewähltes (!) Mittel, sich und ihre Emotionen zu regulieren. ICH habe kein Recht ihr dieses Mittel abzusprechen, finde ich, und dasselbe würde für einen Schnuller gelten. MMn für einen Schnuller sogar im besonderen Maße, wo ICH ihr doch einen Fremdkörper zur Regulation gegeben hätte, welches Recht hätte ich, ihr selbiges wieder zu nehmen? Nicht, dass die Schnullerabgewöhmung nicht echt toll, achtsam und liebevoll von Eltern gemacht werden könnte -Das geht natürlich, und ist auch echt prima, wenn das Kind mitmacht. Aber die Frage bleibt halt, ob es sein MUSS, ob es mein RECHT als Mutter ist, oder nicht. Die Sorge, die dahinter steckt, nämlich die Gesundheit von Zähnen und Kiefer ist nicht unbegründet, sicher nicht. Ich kann mich nicht davon freisprechen, dass ich manchmal besorgt bin, wie es wohl sein wird, wenn meine Tochter phasenweise wieder vermehrt am Daumen nuckelt. ABER das Vertrauen überwiegt, die Überzeugung, mein Kind über ihr Bedürfniss selbstbestimmen zu lassen. ICH würde mein Kind entscheiden lassen, würde maximal coregulieren, wenn es gesundheitlich nötig würde, aber ihr Bedürfnis nicht abrupt unterbinden. Ich bin mir trotzdem ziemlich sicher, mit einem Schnuller würde es mir deutlich schwerer fallen, ihr Nuckeln auch mit drei oder vier oder älter noch anzunehmen; die Versuchung wäre da, das Teil einfach fix abzugewöhnen, aus Gesellschaftsdruck eben. Von demher bin ich froh, dass es ist, wie es ist. Und ein Bisschen stolz bin ich auch, dass mein Kind ihren Tröster selbstgewählt hat, sich selbstreguliert, ganz selbstbestimmt von Anfang an. Xx Fiona

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

2 Kommentare zu „Blogschnipsel Daumennuckeln“

  1. Hoffen wir, dass es bei euch irgendwann von alleine aufhört.
    Ich kenne jemanden, da zieht sich das mit dem Daumen noch VIEL weiter als bis ins Vorschulalter. Und den Zähnen sieht man es auch an. Sie lacht nie mit offenem Mund. Aber das Bedürfnis ist wohl größer als die damit verbundenen Nachteile??

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    1. Hallo Kathrin
      Das ist natürlich nicht schön.
      Kommunizieren würde ich ab einem gewissen Alter schon über die Nachteile. Im Moment ist das aber noch kein Thema.
      Ein Bedürfnis hat ja immer einen Grund, einen Auslöser. Wenn das Kind, so wie es sich bei dir liest. wohl selber die Nachteile wahrnimmt, es trotzdem macht, dann wird das Bedürfnis dahinter groß sein. DA würde ich eventuell ansetzen, aber nicht das Symptom einfach schlechtmachen/ abgewöhnen. Grüße, Fiona

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