Wir Sind Den Buggy Los!


Wir sind sehr viel zu Fuß draußen, spazieren gerne durch Wald und Wiese und gerne längere Strecken. Zwergnase sitzt mit ihren 20Monaten allerdings überwiegend nicht mehr im Buggy. Der geräderte Untersatz steht schon seit einigen Wochen im Keller und wird nur noch ausnahmsweise mitgenommen.

Das ist manchmal anstrengend, aber es macht mich gleichzeitig auch etwas stolz und wahnsinnig glücklich, meine Tochter so begeistert laufen zu sehen.

Eine Kleine Läuferin

Eigentlich gehörte Zwergnase eher zu den gemütlichen Babies, die lieber auf dem Rücken lagen und sich Bespaßen ließen. Bauchlage war lange Zeit nicht wirklich ihr Ding, und wir waren uns alle ziemlich sicher, dass sie erst spät Laufen würde.

Mit neun Monaten robbte sie sich dann aber die ersten Millimeter vorwärts. Und plötzlich ging alles ganz schnell: Mit zehn Monaten stand meine Tochter, mit elf Monaten folgten die ersten Schritte. Zu ihrem ersten Geburtstag lief Zwergnase kleine Strecken bereits sicher, krabbelte schon kaum mehr und bald war unsere Läuferin nicht mehr aufzuhalten. Heute rennt, hopst, balanciert und tänzelt sie.

Der Buggy ist folglich enorm langweilig geworden (Das Tragetuch übrigens auch!). Selbst wenn wir mehrere Kilometer Laufen, ist Zwergnase mit größeren und kleinere Unterbrechungen auf Mamas oder Papas Arm zu Fuß mit dabei. An manchen Tagen läuft sie Strecken, die mich selbst staunen lassen, gerade wen ich mir bewusst mache, dass andere Kinder in ihrem Alter noch Laufanfänger sind. An anderen Tagen mag sie alle paar Minuten auf den Arm genommen werden und längere Ausflüge werden zum Kraftakt.

Der Wagen ist trotzdem keine wirkliche Option: Zwergnase will nicht rein.

Im Grunde dient der Buggy nur noch zum Schlafen. Nur wenn meine Tochter müde ist, akzeptiert sie es manchmal hineingesetzt zu werden. Mittagsschlaf hält meine Tochter aber in der Regel auch nicht mehr, deswegen kommt der Buggy meistens überhaupt nicht mehr mit raus.

Ausnahme: Zwergnase macht einen müden Eindruck und bekommt nicht mehr die Möglichkeit, etwa im Auto, noch ein Nickerchen zu machen, sollte sie doch eines brauchen. Dann nehme ich den Buggy vorsorglich mit. Denn natürlich soll mein Kind schlafen können, wenn es das will.

Für den Notfall liegt ein Schirmbuggy im Kofferraum.

Die Erfahrung zeigt aber, dass ich meistens nur noch einen leeren Buggy vor mich herschiebe, und dadurch eher eingeschränkt bin, beim Aufpassen und hinterher Hechten. Also verzichte ich auf den Wagen lieber ganz, wenn ich mir nicht gerade ziemlich sicher bin, dass wir ihn brauchen werden; oder ich damit Einkäufe transportieren muss.

Mach Mal Pause

Wenn ich mich bei uns auf den Spielplätzen und in den Fußgängerzonen umsehe, dann glaube ich, dass wir ziemlich früh dran sind mit dem Verzicht auf den Buggy oder sonstige fahrbare Untersätze.

Mancher schaut komisch, wenn wir vorbeigehen, während das eigene, schon ältere Kind geschoben wird. Manchmal werden wir verwundert gefragt, ob wir keinen Wagen dabei haben, oder mich trifft ein mitleidiger Blick, wenn ich Laufrad, Rucksack und Kind durch die Gegen trage.

MIR ist das relativ egal, wer , wie lange und warum, sein Kind im Buggy schiebt. Ich würde mein Kind andersrum ja auch nicht zum Laufen zwingen, wenn es geschoben werden wollte. 

Tatsache ist, FÜR MICH wäre es einfacher, den Buggy zu benutzen. Das sage ich immer wieder. Der ganze Kram, den ich so mit mir mitschleppe, gerade bei längeren Ausflügen, der käme in den Korb; wir kämen flott voran und ich müsste nicht dauernd mindestens ein Auge und eine Hand beim Kind haben. Ich müsste dann auch nicht Zwergnase stundenlang tragen, wenn sie doch keine Lust mehr auf Laufen hat, was durchaus (noch) vorkommt.

Aber: Meine Tochter mag halt nicht mehr darin sitzen. Entweder wehrt sie sich schon beim reinsteigen, oder sie will nach wenigen Minuten wieder aussteigen.

Das fing ziemlich früh an.

Ziemlich bald nach den ersten längeren selbstzurückgelegten Laufwegen, weigerte sie sich, wieder in den Wagen gesetzt zu werden -Und lautstark wollte sie raus genommen werden, wenn sie nicht in den Schlaf fand oder wenigstens einen Keks in der Hand hatte. Meinem Kind ständig Kekse zu geben, um sie hinzuhalten, strebten wir nun aber auch nicht an. Denn das Kind soll ja Essen, wenn es Appetit hat, nicht etwa aus Langeweile oder Frust. Also nahm ich mein Kind ein ums andere Mal aus dem Wagen heraus.

Wir haben dann oft eine Weile ausgeharrt, uns umgeschaut, bevor ich sie wieder reinsetzen konnte. Oder ich habe sie eben getragen, wenn ICH unbedingt weiter gehen wollte.

So wurde das Sitzen im Buggy immer weniger, das Laufen und Tragen immer mehr.

Ich hätte meine Tochter natürlich darauf konditionieren können, trotzdem in den Buggy zu MÜSSEN. Einen wirklichen Grund dafür gab es aber nicht.

Auch wenn es manchmal anstrengend ist, Zwergnase läuft gerne und das soll sie auch können. Einen Grund, sie darin einzuschränken, sehe ich nicht: Ich bin gesund, habe kein Rückenleiden oder andere körperliche Einschränkungen. Und Geduld habe ich auch. Engelsgeduld. Meistens jedenfalls.

Wenn meine Tochter nicht weiter laufen mag, ich sie gerade nicht mehr tragen kann, weil sie mir trotz Leichtgewicht manchmal wirklich zu schwer ist, und wir nun mal keinen Buggy dabei haben, dann setzen wir uns hin und machen eine Pause. Vor Kurzem saßen wir mitten auf dem Gehweg in der dreißiger Zone, weil Zwergnase sich dort ausruhen wollte, und aßen ein Eis. Eine ältere Dame, die vorbeikam, bedauerte lächelnd, dass sie keine Kamera dabei hatte, so herrlich fand sie unseren Anblick, dabei war es für mich gar nichts außergewöhnliches. Wir machten einfach nur Pause.

Ein Schritt vor, Drei Schritte Zurück

Kleine Kinder trödeln. Sie vertrödeln sorglos die Zeit, die sie haben, weil sie ihnen noch so endlos lang und ewig vorkommt und weil es so vieles Spannendes zu sehen und zu verweilen gibt. Wir sollten alle viel öfter trödeln, finde ich. Wir sollten uns umschauen, die kleinen Dinge schätzen.

Zugegeben, manchmal ist es nervenaufreibend und dann muss ich schon ziemlich tief durchatmen, wenn Zwergnase sich das drölfzigste Mal bückt, um Kies aufzusammeln und auf die Wiese zu werfen, wenn ICH ein Ziel habe. Mir hilft es dann in den Himmel zu schauen, kurz nur bei mir zu sein und mich zu fragen, wo es eigentlich hin gehen soll, und wie wichtig das gerade ist.

Ich lasse dann für einen Moment meine Erwartungen los.

Als wir vor einiger Zeit in der Kleingartenanlage spazieren waren, ich wollte mit meiner Tochter geradewegs zum Spielplatz, habe ich schon mit dem rechten Fuß unruhig auf und ab gewippt, als Zwergnase mal wieder trödelte. Für SIE wollten wir doch zum Spielplatz und dann bewegte sie sich nicht vom Fleck, sondern hob Blätter auf und ließ sie wieder fallen. Ein paar Mal rief ich nach ihr, sagte ihr, dass ich weitergehen wollte.

Das war einer dieser Momente, in denen es klick machte.

Dann nämlich dacht ich nach. Ich fragte mich, WARUM ICH das eigentlich wollte. Für MICH war der Spielplatz vielleicht das angedachte Ziel, weil ICH glaubte, dass Zwergnase dort Spaß haben würde, aber meine Tochter war mit dem Laub und der Wiese an den Kleingärten gerade absolut glücklich. Es gab überhaupt keinen Grund JETZT weiterzugehen. Wir MUSSTEN nicht zum Spielplatz gehen.

Also setzte ich mich, genoss die Sonne und wartete. Meine Tochter pflückte mir Blümchen von der Wiese und zeigte mir begeistert einige Steine. Irgendwann wollte SIE weiter. Sie bestimmte an diesem Nachmittag den Weg. Wir kamen übrigens tatsächlich am Spielplatz an, wo sie ein paar Mal rutschte und dann weiter stiefelte, auf die nächste Wiese und noch ein Stück durch die angrenzende Wohnanlage, bis sie von ganz alleine sagte, dass sie nach ›Hause‹ wollte. Es war ein schöner Nachmittag, ein entspannter Nachmittag, obwohl mein Kind wieder trödelte. Der ganze Tag bestand wahrlich nur daraus, gemeinsam zu trödeln. Und es war wunderbar, weil ich es nicht zu (m)einem Problem machte.

Natürlich kann das nicht immer funktionieren. Oft haben wir Erwachsenen eben doch ein klares Ziel, und gerade wenn es um Verpflichtungen, Termine, Besuche oder den Rückweg geht, sind diese Ziele schlecht umgehbar.

Wir würden vermutlich Stunden vom Einkaufen nach Hause trödeln, wenn ich nicht sanft nachhelfen würde, langsam aber stetig voran zu kommen.

Hier ein paar unserer Tipps zum Trödeln:

  • Fangen Spielen, Verstecken Spielen oder Wettlaufen (Bei kleinen Kindern Achtung bei befahrenen Straßen!). Meist reicht schon ein Bisschen Tippeln und Guckguck hinter dem nächsten Baum. Manchmal ist Zwergnase dann auch ein kleiner brüllender Löwe, der uns Jagd.
  • Anzählen. Manchmal will Zwergnase, das ich zähle. Bei drei rennt sie dann ein Stück, wartet – Ich zähle wieder und sie rennt wieder ein paar Schritte.
  • Bis zu einem Ziel zB. dem großen Baum, oder der Mülltonne vorlaufen lassen (Bei kleinen Kindern Achtung bei befahrenen Straßen!)
  • Balancieren. Und wenn es nur die Fuge auf dem Bürgersteig ist, der Zwergnase konzentriert folgt, in der Regel klappt dieser Trick immer. Was vielleicht aber auch daran liegt, dass sie Balancieren gerade total spannend findet.
  • Steine, Stöcke, Nüsse, Blätter oder Sonstiges auf dem Weg sammeln. Meine Tochter gibt mir die Sachen, die sie findet, und da ich (langsam!) dabei weiterlaufe, oder ihr Stöcke zeige, die ein Stück weiter weg liegen, kommen wir immer und immer weiter vorwärts. Bei Regenwetter ist auch das Suchen nach der nächsten Pfütze beliebt.
  • Mit meinem Kind sprechen! Auch wenn es total banal klingt, manchmal wirkt es Wunder, wenn ich mich zu meiner Tochter hocke und ihr einfach sage, dass ich sehe, dass sie noch bleiben will, ich aber wirklich weiter möchte. Ich frage sie dann, was wir tun können, um den Weg schön zu gestalten. Reden, ganz ohne Drohung oder Wut im Bauch.

Wenn es trotz allem gar nicht anders geht, dh. wir wirklich die Bahn nicht verpassen dürfen, zu einem Termin müssen, oder ich dringend wohin muss, dann nehme ich Zwergnase auch schon mal hoch und trage sie ein Stück weiter. Ich erkläre ihr dabei nochmal, warum ich weiter will und lenke sie ein Bisschen ab, wenn sie es zulässt, indem ich sie zB. Frage, was wir alles sehen oder überlege mit ihr, wo der Bus wohl hinfährt. Neben laufen, liebt meine Tochter es inzwischen nämlich auch, zu erzählen. Manchmal sammle ich mit ihr auf dem Arm auch noch ein paar tolle Sachen, die sie sich angucken und festhalten kann. Das würde vermutlich auch im Buggy funktionieren, sagst du jetzt. Vielleicht. Aber gerade in solchen Situationen, in denen wir weiter gehen, ICH also weiter WILL, obwohl meine Tochter verweilen möchte, und ich damit ganz klar meine Macht ausübe (!), ist es mir sogar lieber, sie auf dem Arm zu haben, ihr ins Ohr flüstern zu können, Herz an Herz da zu sein, statt sie ohne Blickkontakt vor mir im Buggy zu schieben, womöglich sogar schreiend.

Achtung Auto!

Straßen sind gefährlich. Kleinkinder können die Gefahr, die von Autos ausgeht, (noch) nicht einschätzen, genauso wenig wie Entfernungen und Geschwindigkeiten. Auch kennen sie die Verkehrsregeln schlicht noch kaum oder gar nicht.

Als Mutter trage ich im Straßenverkehr also die hundertprozentige Verantwortung und die kann ich unter gar keinen Umständen an mein Kind abgeben.

ICH muss abwägen, Gefahren einschätzen und danach handeln, für mich und für mein Kind.

Im Idealfall nehme ich ein laufende Kind dazu an die Hand. Wie es das Leben aber so will, war Zwergnase, die nun also schon früh nicht mehr im Buggy geschoben werden wollte, gleichzeitig auch keines dieser Kinder, das an der Hand lief. Inzwischen hat sich das ein wenig verändert, aber gerade am Anfang, als ich den Buggy noch mitschob, weil sie immer mal wieder rein und dann wieder raus wollte, kam mein Kind nicht an die Hand.

Das war stressig. Eine absolute Probe für unsere Lebensweise.

Nach einigen tränenreichen Aktionen mit Hochnehmen, Zweifeln, Überlegen und dann doch gegen den Willen in den unbeliebten Buggy setzen, entschied ich mich ziemlich bald, Hauptverkehrsstraßen vorerst zu meiden. Wir haben das Glück, dass obwohl wir in der Stadt wohnen, wir mindestens in eine Richtung eine ganze Strecke durch verkehrsberuhigte Dreißiger Zonen spazieren können, bis zum Stadtpark. Das ist ziemlich praktisch. Hier konnte ich Zwergnase ohne Hand laufen lassen, natürlich immer achtsam beim Kind, und hatte den Verkehr deutlich besser dabei im Auge, als es woanders der Fall gewesen wäre. Ich kannte die Stellen, an denen vermutlich mehr Autos fahren würden, nahm Zwergnase dort auf den Arm, ansonsten konnte sie, wenn sie wollte, entspannt alleine laufen – Und das nahm uns b e i d e n wahnsinnig viel Druck.

Dabei galten zwei Regeln: Über die Straße nahm ich Zwergnase immer hoch auf den Arm und auf dem Bürgersteig hielt ich sie dazu an, rechts von mir, also auf der Seite zur Hauswand zu laufen. So hatte ich anfangs immer den Buggy zwischen ihr und der Straße. Seit wir den Buggy zuhause lassen, kann sie auch mal links von mir laufen. Ich bin immer neben ihr und agil genug, schnell einzugreifen. Heranrollende Autos halte ich dauernd im Blick. Bei Hauptverkehrsstraßen oder wenn sie mit dem Laufrad fährt, achte ich aber immer noch sehr darauf, dass sie sich auf der sichereren Seite bewegt.

Über die Straße trage ich mein Kind auch nicht mehr, sie läuft inzwischen an der Hand. Ich hocke mich zu ihr runter, wir schauen nach links und rechts, oder auf die Ampel, dann nehme ich ihre Hand und wir gehen rüber. Das hat sich irgendwann so eingeschlichen. Oft kommt Zwergnase inzwischen schon alleine an die Hand, wenn wir an einer Straße stehen. Sie sagt auch Straße und Auto und zeigt darauf. Ein Verständnis für die Gefahr hat sie dadurch natürlich noch lange nicht. ICH muss hinschauen und Aufpassen.

Seit wir es so handhaben, läuft Zwergnase auch gerne mal ein Stück einfach so an meiner Hand. Das finde ich toll. Ich habe meine Tochter NIE dazu gezwungen. An der Hand Laufen verbindet sie mit nichts Negativem, und heute macht es ihr einfach Spaß. Wenn ich sie bitte an die Hand zu kommen, ist das daher meistens kein Problem mehr, und du könntest fast meinen, mein Kind sei gut erzogen. Meistens reagiert Zwergnase auch auf ein ›Warte‹ oder ›Stop‹. Das hat aber nichts mit Erziehung zu tun. Sie macht das, weil sie es will. Weil sie anfängt mich zu verstehen und bereit ist zu kooperieren.

Sehe ich eine Gefahr, greife ich ein, nehme meine Tochter hoch, oder halte sie akut (!) auch ohne Ankündigung fest, wo immer ich sie zu packen kriege. Bevor mein Kind vors Auto läuft, nehme ich das in Kauf. Welche Mutter nicht? Ich erkläre ihr dann, warum, und entschuldige mich, falls ich ihr weh getan oder sie erschrocken haben sollte. Ich zeige ihr die Autos. Ich sage ihr, dass ich Angst habe, wenn sie plötzlich zur Straße rennt.

Einmal wollte Zwergnase unbedingt über die Straße, was an dieser Stelle aber beim besten Willen nicht ging. Ich bot ihr an, an einer anderen Stelle rüber zu gehen. Ein paar Mal hielt ich sie sanft zurück, hockte mich neben sie und erklärte ihr, dass wir dort jetzt gerade hier nicht hin konnten. Als die Situation mir aber zu brenzlig wurde, nahm ich Zwergnase unter Protest hoch, erklärte, begleitete und trug sie weg, bis wir eine Quertraße erreicht hatten, die weniger befahren war. Das war übergriffig und gemein und ich nahm es meiner Tochter nicht übel, dass sie deswegen wütete und nach mir haute. Das war einfach okay. Denn sie hatte ja Recht: Sie hatte gerade Gewalt erfahren, und die sollte sie NIEMALS einfach hinnehmen. Ich entschuldigte mich also. Ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn und wir gingen weiter.

Unerzogenheit entbindet mich NICHT von Verantwortung. Im Straßenverkehr, wie in manchen anderen Dingen auch, besonders dort wo Leib und Leben in Gefahr sind, gilt diese Verantwortung in besonderem Maße. Natürlich lasse ich mein Kind nicht auf die Straße rennen! –

Wenn wir draußen mit unseren Kindern unterwegs sind und der Buggy nicht mehr das Mittel der Wahl ist, ganz egal in welchem Alter, dann tragen wir als Eltern nicht nur die Verantwortung, unseren Kindern die Verkehrsregeln allmählich nahe zu bringen, sondern auch IMMER selber achtsam zu sein. Ein Kleinkind, egal wie selbstverständlich es am Bordstein an die Hand kommt, sollte NIE aus den Augen gelassen werden. Auf der anderen Straßenseite muss eventuell nur ein Eichhörnchen vorbeisprinten, schon sind die Autos völlig vergessen.

Akkurates räumliches Denken, Einschätzen von Gefahren, das im Blick Halten der Umgebung und die permanente Reflexion von Verkehrsregeln, sind allesamt Leistungen, die ein Kleinkind, auch noch ältere Kinder, nicht zuverlässig leisten können. Selbst Erwachsenen passiert es, dass sie in Gedanken nicht auf die Straße achten.

Mit Zwergnase draußen unterwegs zu sein, bedeutet also wachsam sein. Im Zweifel, und sei es, weil ich einfach zu müde bin, alle Himmelsrichtungen auf dem Schirm zu haben, nehme ich meine Tochter zum Schutz hoch, oder mache eine Pause zum Krafttanken -Oder nehme beim nächsten Mal vorsorglich vielleicht doch den Buggy nochmal mit. Xx Fiona

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

5 Kommentare zu „Wir Sind Den Buggy Los!“

  1. Hallo Fiona, meine Maus (21 Monate) will derzeit auch alles „allein“ machen. Da können wir vorher noch ganz gemütlich Hand in Hand an der Straße entlang gegangen sein, aber sobald die Straßenüberquerung ansteht, will sie sich los reißen und „allein“ über die Straße gehen. Ich sage ihr vorher immer, Achtung jetzt kommt die Straße und wir gucken links und rechts nach den Autos. Sie dreht sich dann auch gern auf der Straße um den eigenen Arm, so dass ich sie mir dann doch schnappen muss, um uns beide nicht in Gefahr zu bringen. Wenn wir auf der anderen Straßenseite sind, ist es als wenn nichts gewesen wäre. Bei der Tagesmutter geht sie ganz selbstverständlich entweder an die Hand oder hält sich am Buggy fest. Bin da mittlerweile etwas ratlos. Hast du evtl. einen Tipp für mich? Viele Grüße Anja

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    1. Hallo Anja
      Erstmal ist es definitiv richtig sich im akut Fall das Kind zu schnappen und von der Straße zu gehen. Mache ich auch, wenn meine Tochter sich entscheidet plötzlich stehen zu bleiben oä. Auf der anderen Straßenseite erkläre ich ihr dann nochmal, warum. Was ich auch mache, nachdem wir links und rechts geguckt haben, sage ich klar an ‚jetzt schnell rüber‘. Vielleicht hilft die enge Begleitung mit Worten? Ansonsten würde ich dabei bleiben, einfach immer wieder zu erklären und ggf einzugreifen -Dass dein Kind bei der TaMu ‚brav‘ mitläuft, werte ich als überhaupt nicht ungewöhnlich, denn es ist nicht ihre engste Bezugsperson (im vgl zu dir). Sieh es mal so: dir vertraut sie zu einhundert Prozent, du würdest sie niemals stehen lassen oder in Gefahr lassen, also kann sie bei dir ausgelassen bleiben und ausprobieren. Ruhe bewahren und niemals die Geduld verlieren ❤
      Grüße, Fiona

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  2. Hej Fiona,
    das klingt irgendwie haargenau nach unserer Geschichte hier Daheim. Ist fast alles genauso abgelaufen, von der Lauflerngeschichte bis „Ich vermeide Hauptstraßen“ …
    Durch meine zweite Schwangerschaft ist es allerdings für mich nicht mehr möglich, ihn zu tragen, weshalb wir tatsächlich doch noch, obwohl wir nie wollten, auf einen Buggy umgesattelt sind. Vorher hatten wir so einen großen ABCdesign, der wirklich noch nie geliebt wurde von ihm.
    Witzigerweise sitzt er liebend gerne im neuen Buggy. Weil er ganz einfach und quasi jederzeit raus und rein kann wie er mag und ihn auch mitschieben kann. Und vielleicht sieht er auch viel mehr oder fühlt sich nimmer so klein – ich weiß es nicht.
    Liebe Grüße
    Lea

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  3. Ich kann deine Erfahrungen in weiten Teilen nur teilen. Auch uns geht es ganz ähnlich. Mein Sohn ist nun 2,5 Jahre alt und gerne zu Fuß oder mit dem Laufrad unterwegs. Wenn es geht, dann trödeln wir, dann darf er im Park vorfahren (wobei er hin und wieder wirklich weit vorfährt…) und auch auf dem Bürgersteig darf er fahren.
    Es gelten aber einige klare Regeln zur Sicherheit:
    1. Der Bürgersteig wird nicht verlassen
    2. An der Straße wird angehalten
    3. Das Laufrad trage ich über die Straße
    4. Beim überqueren der Straße geht er an meiner Hand
    5. Wir überqueren die Straße zügig, ohne irgendetwas anderes zu machen, zu trödeln oder zu rennen
    Auf der anderen Straßenseite kann man wieder Laufrad fahren, trödeln, Dinge sammeln, hüpfen etc…aber eben nicht auf der Straße.

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