Blogschnipsel 15Sek Regel Oder So


#BLOGSCHNIPSEL Wenn ich mein Kind essen lasse, worauf es hunger hat, damit schmieren und spielen lasse, und es gleichzeitig nicht aufessen muss, das klingt doch total nach Verschwendung. Zumindest begegnet mir dieses Argument gegen das selbstbestimmte Essen in letzter Zeit immer häufiger, was seltsam ist, denn ich bin auch total gegen Verschwendung. Trotzdem ZWINGE ich mich nicht, aufzuessen, wenn ich satt bin – und mein Kind zwinge ich eben auch nicht dazu. Im Restaurant lasse ich mir Reste einpacken. Auch zuhause kommen nennenswerte Reste in den Kühlschrank, statt in den Müll. Und das gilt natürlich auch für das Essen meiner Tochter. Im Restaurant bekommt sie meistens einen Räuberteller. Wenn sie einen Apfel will, schneide ich in weiser Vorraussicht nur ein paar Stücke heraus und verwahre den Rest für später. Landet etwas auf dem Boden, kommt es in der Regel auch erstmal zurück auf den Teller. Wirklich viel mehr Lebensmittel als früher werfe ich also gar nicht weg. Und auch Unterwegs, bei allerlei was so geknabbert wird und runter fällt, halte ich die Verschwendung möglichst gering, während ich reihenweise Eltern beobachte, die Runtergefallenes schimpfend (!) entsorgen. Kennst du die 15Sek Regel? – Was weniger als 15Sek auf dem Boden liegt, kann noch gegessen werden. Ich weite die Regel aber auch gerne mal aus. Wir haben da halt keine hygienischen Berührungsängste. Fällt der Keks oder das Stück Brot auf den Boden, hebe ich es auf, schaue es mir kurz an, drüber pusten und weiter essen. Auch im Sandkasten. Wenn der Keks nicht unappetitlich aussieht, ist das kein Grund für Verschwendung, so sehe ich das. Manche Eltern schauen mich komisch an, wenn ich Zwergnase das Stück Paprika wiedergebe, das auf dem Boden lag. Ich versichere dir aber, uns geht es gut damit. An unseren Händen kleben im Alltag auch nicht weniger Schmutz und Bakterien, gerade an Kinderhänden. Und die wandern sowieso in den Mund. Ich verschwende weniger, weniger Ressourcen und Nerven, denn ich ärgere mich so auch nicht über runtergeworfene Kekse. Natürlich gilt das nicht nur für mein Kind. ICH esse die Pommes, die mir von der Schale rutscht und die Weintraube, die meiner Tochter in den Sand geplumpst ist, selber auch. Gar nicht schlimm. Was ich also noch essen würde, das kann ohne schlechtes Gewissen auch meine Tochter nehmen. Und die hat inzwischen ein ziemlich gutes Gespür entwickelt, kommentiert Obst, das eingesandet ist als Müll, während der Keks unkritisch auch nach dem dritten Runterfallen noch in den Mund wandert. Verschwenderisch leben und essen wir also sicher nicht, jedenfalls nicht verschwenderischer als ohne Kind.  Xx Fiona

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s