Wutfrei Windeln Wechseln


Vor der Geburt deines ersten Kindes hast du dir vermutlich tausend Gedanken darüber gemacht, ob du es wohl schaffen wirst, deinem Neugeborenen die Windel in unter zehn Minuten zu wechseln. Du hast tatsächlich geglaubt, es wäre DIE Herausforderung des Elternseins, die frische Windel im richtigen Winkel unter den zarten Popo zu schieben, die zerbrechlichen Beinchen korrekt anzuheben, und die Klebestreifen akkurat gleichmäßig unter dem Bauchnabel festzumachen. Habe ich auch. Aber inzwischen kann ich darüber nur noch müde Schmunzeln.

Wickeln ist einfach, wenn die Handgriffe einmal sitzen. Routiniert abputzen, eincremen und windeln, dabei das Bäuchlein kitzeln und einen Bussi auf die Stirn drücken. Ein Bisschen Babymassage und ein Liedchen summen. Richtig schön kann das sein.

Wirklich herausfordernd wird der Windelwechsel eigentlich erst, wenn dein Baby älter wird. Das bleibt nämlich gar nicht immer zuckersüß auf dem Rücken liegen, brabbelt vor sich hin und bewundert geduldig das Mobile über dem Wickeltisch. Irgendwann fängt dein Baby an zu meckern. Machste also ein paar lustige Grimassen, das funktioniert am Anfang immer. Dann dreht dein Baby sich immer häufiger mitten im Prozedere auf den Bauch. Auch erstmal kein Problem. Drehste wieder zurück und machst noch ein paar Grimassen mehr. Spätestens wenn dein Baby dann aber so richtig mobil wird, funktioniert das nicht mehr so einfach. Plötzlich sind Robben, Krabbeln und Laufen nämlich sehr viel spannender, als Liegen. Jetzt wird sich gewehrt und gestrampelt und aktiv geflüchtet. Verständlich. Ist ja auch der Körper deines Kindes, und nicht deiner. Jetzt musst du also schauen, wie es weitergeht mit dir, deinem Kind und dem beiderseits ungeliebten Windelwechsel.

Muss Wickeln Sein? Zwischen Übergriff Und Verantwortung

Im Prinzip MUSS Wickeln tatsächlich nicht sein. Du könntest Windelfrei praktizieren, was aber sicherlich seine eigenen Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Ich weiß nicht, ob es auf Dauer stressfreier ist, das Kind fürs Abhalten oder den Töpfchengang zu begeistern. Vermutlich nicht.

Für uns gehören Windeln zum Baby und Kleinkindalltag, wie für die meisten Eltern, einfach dazu.

›Das Kind kann nicht in der vollen Windel bleiben‹, wirst du nun sagen.

Natürlich nicht. Zwergnases Widerwille ändert nicht wirklich viel an der Notwendigkeit des Windelwechsels; oder zumindest an der Notwendigkeit eine VOLLE Windel zeitnah auszuziehen und zu entsorgen. So blöd meine Tochter das phasenweise findet, und so sehr ich das auch nachvollziehen kann, der Windelwechsel liegt im Bereich MEINER Verantwortung.

Wir sprechen hier nicht von ReinlichkeitsERZIEHUNG. Trocken werden ist ganz ihre Sache. Ihr Körper. Ihre Entscheidung. Ihr Tempo.

Aber der Windelwechsel, solange sie noch nicht trocken ist, fällt in meinen Aufgabenbereich als Mutter. Hier muss ICH begleitend regulieren, solange mein Kind die Situation nicht ausreichend abschätzen kann. Was Wickeln zu einem dieser wenigen für uns beide unangenehmen Dinge (neben zB. Anziehen und Gesicht Waschen) macht, über die meine Tochter (noch) nicht selbstbestimmt Entscheiden kann, obwohl es um ihren eigenen Körper geht.

Zwergnase kann mit ihren knapp anderthalb Jahren noch überhaupt nicht abschätzen, dass eine volle Windel ihrer Haut nichts gutes tut; dass sie davon wund werden kann, was auf Dauer zu Schmerzen führen würde. Vermeidbare Schmerzen. Die Verantwortung hier an mein Kind abzugeben, wäre  schlichtweg fahrlässig. 

Aber warum wehren unsere Kinder sich oft vehement gegen das Wickeln? Sie müssten doch eigentlich verstehen, dass wir sie damit nicht ärgern wollen und die frische Windel viel angenehmer am Popo ist? Wissen sie vermutlich. Aber darum geht es überhaupt nicht. Es ist langweilig, so auf dem Rücken zu liegen, wenn dein Kind gerade die Welt entdecken will. Es ist unangenehm, ungefragt angefasst zu werden. Außerdem fehlt ihnen das logische Verständnis und der WEITBLICK.

Meine Tochter kann noch nicht abschätzen, welche natürlichen Konsequenzen das Tragen der vollen Windel haben kann. Sie weiß nicht, dass so eine Windel nur begrenzt dich hält, und welcher Zusammenhang zwischen überquellender Windel, seufzender Mama und der einlaufenden Badewanne besteht. Darüber hinaus besitzt sie auch (noch) kein Ekelempfinden, im selben Umfang wie wir: Aus der Perspektive eines Kleinkindes gehören ihre Ausscheidungen ganz selbstverständlich zu ihr und ihrem Körper dazu. Es kommt zwar vor, dass meiner Tochter der Windelinhalt selber stört, aber das ist nicht die Regel und entwickelt sich erst allmählich. Den Wunsch nach einer neuen Windel äußert sie von sich aus bisher nur selten.

Spätestens, wenn es unangenehm riecht, möchte ICH die volle Windel aber loswerden, und damit auch MEINEM Bedürfnis nach Hygiene und Wohlbefinden nachkommen. Das ist mMn durchaus auch ein wichtiger Punkt. Ich möchte meinem Kind die Windel wechseln, weil ICH mich damit besser fühle. Wenn ich mir hierin klar bin, dann kann ich meinem Kind das auch vermitteln: ›Dich stört die Windel gerade nicht, das ist ok, aber mich stört es. Ich möchte dich wickeln. Mir geht es damit besser.‹

Den Windelwechsel mache ich also in ihrem und in meinem Sinne so regelmäßig wie möglich. Insbesondere in vier Situationen: Morgens nach dem Aufstehen und Abends vorm Schlafen (da Zwergnase idR. durchschläft), nach Stuhlgang und, wenn eine weitere Wickelmöglichkeit (unterwegs) vorerst nicht absehbar ist. In anderen Situationen, wenn ich etwa aus Routine eine neue Windel anbiete, nehme ich auch ihr Nein an. Ich finde es wichtig, ihr zumindest einen Spielraum an Entscheidungsgewalt einzuräumen.

Das Dilemma ist nämlich Folgendes:

Windelwechseln ist ein richtig krasser Übergriff, wenn dein Kind nicht mag. Du fasst den kleinen Körper an und durchbrichst damit eine körperliche Grenze, die du bei anderen Menschen niemals übertreten würdest. Mach dir das bitte kurz bewusst. Wenn dein Kind lieber nicht angefasst werden will, du es aber trotzdem tun musst, dann spielst du deine MACHT deinem Kind gegenüber brutal aus. Das ist gemein, egal wie selbstverständlich uns das an manchen Tagen von der Hand geht. Ich mache mir das immer wieder, wenn es zu so einem krassen Moment kommt, selber klar. Und: Ich sage ihr das auch. ›Ich weiß, dass du das jetzt nicht magst. Das ist blöd von mir. Es tut mir Leid.‹ Ich tue das echt nicht gerne, das kann meine Tochter ruhig wissen. Ich sehe es auch nicht nach der Manier, dass meine Tochter da ›nun mal durch müsse und sich nicht so anstellen soll‹.

Im Gegenteil: Ihre Wut darüber nehme ich absolut ernst. Zwergnase soll auf keinen Fall annehmen, dass es okay sei, wenn jemand gegen ihren Willen ihren Körper anfasst. Sie SOLL das schlimm finden, schreien und zubeißen, wenn da mit ihrem Körper etwas gegen ihren Willen passiert.

Nun ist Wut beim Wickeln aber nicht unbedingt das, was ich für unsere Alltagsroutine anstrebe. Lieber ist es mir, wenn mein Kind kooperiert.

Grundsätzlich vermeide ich jede Form von körperliche Gewalt. Ich wickle nicht unter schreien und halte mein Kind niemals dabei fest. Was mir bleibt: Das Wickeln so angenehm wie möglich gestalten, damit Zwergnase freiwillig mitmacht. Die Faustregel: Ich passe mich meinem Kind an. Nicht mein Kind mir. Kooperation bedeutet nämlich Geben und Nehmen: Du kannst nicht erwarten, dass dein Kind mitmacht, wenn du nicht auch auf dein Kind eingehst. Wenn du also schon entscheidest, dass DU regelmäßig wickeln willst, egal was es darüber denkt, dann sollte dein Kind die Möglichkeit bekommen darüber MITzubestimmen: Den genauen Zeitpunkt, den Ort, die Position, und das Spielzeug, mit dem es sich eventuell ablenkt. Leuchtet ein, oder?

Vom Wickeln Im Stehen Und Digitalen Geheimwaffen

Ein Erfahrungsbericht.

Mit neun Monaten ist Zwergnase vom Wickeltisch auf den Boden umgezogen. Zu diesem Zeitpunkt fing sie an zu robben und sich hinzusetzen. Der Umzug auf den Boden hatte einen enormen Vorteil: Wir liefen nicht mehr Gefahr, dass sie herunterfällt. Der Nachteil: Sie erkannte relativ schnell, dass sie nun jederzeit flüchten konnte.

Eine Zeit lang ließ meine Tochter sich allerdings noch ziemlich gut ablenken.

Sobald der Windelwechsel nötig wurde, konnte ich ihr etwas Spannendes in die Hand drücken (zB. den Haustürschlüssel, ein paar Feuchttücher oder die verschlossene Cremetube), sie hinlegen und wickeln. Wenn Zwergnase unruhig wurde, sich wehrte oder meckerte, unterbrach ich das Wickeln. Stattdessen gab es erstmal ein Küsschen. Ein bisschen kitzeln und Quatsch machen. Nach ein Bisschen Bespaßung, war sie oft für  die letzten Wickelhandgriffe wieder offen.

Einige Wochen waren unsere absoluten Geheimwaffen Bücher. Zwergnase konnte darin schon früh ohne Hilfe blättern. Ich erzählte ihr ihre Lieblingsgeschichten auswendig, während sie die Bilder anguckte. Für die Länge einer Geschichte konnte ich so in Ruhe wickeln. Unterwegs half uns das ebenfalls eine Zeit lang: Auch ohne Buch in der Hand, hielt sie das Erzählen der Geschichten von Häschen, Teddy und Ente ein paar Minuten bei Laune.

Manchmal erzähle ich ihr die Geschichten heute noch. Es funktioniert, aber es gehört nicht mehr zu ihrer und meiner Wickelroutine dazu: Wenn wir echte Lösungen suchen und in Beziehung zueinander bleiben wollen, statt starre Muster abzuspielen, müssen wir uns immer etwas neues einfallen lassen, sobald Bedürfnisse sich ändern.

Zwergnase fing an mit Hochziehen und richtig schnellem Krabbeln. Die ersten Schritte kamen dazu. Die Welt wurde spannend. Auf dem Rücken liegen uncool. Sie fing nun bereits an zu weinen, sobald ich sie hinlegen wollte. Ablenkung alleine half nicht mehr, es war die Gesamtsituation, die sie unglücklich machte.

Also hörte ich auf, sie zu einem von MIR WILLKÜRLICH festgelegten Zeitpunkt zu wickeln. Ich fing an, meiner Tochter bewusst anzukündigen, dass ich sie wickeln wollte und erstmal ihre Reaktion abzuwarten. Heute schüttelt sie oft einfach den Kopf oder sie stapft voran und bringt sich in Position. Solche Reaktionen darfst du natürlich nicht von Anfang an erwarten. Das kommt mit der Zeit. Anfangs habe ich die Windel geholt, sie ihr gezeigt und alles bereit gelegt, damit sie sich einfach erstmal darauf einstellen konnte.

Nach Möglichkeit vermied ich es, Zwergnase aus ihrem Spiel herauszureißen. Babys und Kleinkindern fällt es schwierig, sich aus einer Situation plötzlich heraus zu lösen und in eine Neue hineinzukommen. Der Übergang gelingt ihnen kognitiv noch nicht reibungslos. Die Folge: Verwirrung und Frust. Dein Kind weiß nicht, dass es nach dem Wickeln weiterspielen kann. Für dein Kind ist der Moment einfach verloren. Nun, da Zwergnase sich immer intensiver mit ihrer Umwelt beschäftigte, achtete ich also darauf, WANN ich sie mit MEINEM Wunsch, sie zu wickeln, konfrontierte. Wenn ich den richtigen Moment abwartete, durfte ich sie in der Regel ohne Gegenwehr nehmen, konnte sie hinlegen und sie mit alt bewährter Methode (Ablenkung) wickeln.

In den letzten Zügen krabbelte oder stolperte meine Tochter meistens davon. Ich lernte schnell, die Windel beim Krabbeln zu schließen. Mit etwas Übung funktioniert das. Ist außerdem immer noch deutlich entspannter, als ein schreiendes Kind unter Protest zurück auf die Wickelunterlage zu ziehen. Davon hat niemand etwas. Mal ehrlich: Ein Kind MUSS nicht lernen, dass es ok ist, gewaltsam hingelegt zu werden. Wir sollten hier also echt nach besseren Lösungen suchen. Im Krabbeln zu Ende Wickeln ist so eine Lösung.

Zu diesem Zeitpunkt gaben wir uns auch das Kinderzimmer als festen Wickelort auf. Wenn Zwergnase gerade im Wohnzimmer spielte, legte ich die Wickelunterlage eben dort bereit. Oder ich verzichtete ganz auf die Wickelunterlage und ließ meine Tochter den Ort frei bestimmen.

Das war aber noch nicht das Ende. Irgendwann kam liegend Wickeln für meine Tochter überhaupt nicht mehr in Frage. Selbst wenn sie sich selber hinlegte, blieb sie nicht lang genug geduldig. Wir waren wieder an einem Punkt, an dem das Wickeln uns beide stresste. Das war ungefähr zu der Zeit, als sie endgültig frei lief und das Krabbeln als Fortbewegungsmittel vollständig aufgegeben hatte. Kurz nach ihrem ersten Geburtstag,

Ich entschied, sie von nun an im Stehen zu wickeln.

Ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt. Jedenfalls nicht komplizierter, als du es dir vor der Geburt vorgestellt hast, dein zartzerbrechliches Neugeborenes zu wickeln. Wenn du es ausprobieren willst, lege ich dir Höschenwindeln ans Herz. Mit herkömmlichen Windeln geht es auch, braucht aber einige Handgriffe mehr. 

Ich wickele meine Tochter mittlerweile fast nur noch im Stehen, außer, sie legt sich freiwillig hin. Das hat unsere Wickelroutine unglaublich entspannt. Sie braucht nicht mehr liegen, ich kann wieder ohne Eile die Windel wechseln. Zwei Bedürfnisse perfekt geundet. Ein weiterer Vorteil: Wir brauchen unterwegs keine Wickelräume mehr aufsuchen. Eine einigermaßen saubere öffentliche Toilette oder bei schönem Wetter ein hübscher Baum zum festhalten, tun es nun auch.

Mittlerweile läuft der (unbeliebte) Windelwechsel hier also so ab: Ich kündige Zwergnase in einem günstigen Moment an, dass ich sie wickeln will, zeige ihr ggf. die neue Windel, und frage sie, wo ich sie wickeln darf bzw. bitte sie sich ein Spielzeug zu nehmen oder sich einen Platz auszusuchen. Sie rennt dann meist erst noch eine Weile hin und her, geht schließlich in ihr Zimmer, ans Buchregal oder den Spieletisch, oder in einen anderen Raum. Manchmal stellt sie ich an die Couch. Manchmal an die Badewanne. Wo auch immer sie einkehrt, wechsele ich ihr fix die Windel. Überwiegend im Stehen, ab und an auch wieder freiwillig im Liegen oder auch mal ganz kreativ im Sitzen beim Bücher gucken. Sie hält still, hebt die Füße an und beschäftigt sich. Sie wartet, bis ich die Knöpfe ihres Bodys wieder zu gemacht habe, die ich ihr wie einen Countdown vorzähle. Mehr Kooperation geht überhaupt nicht. Das ist für ihr Alter schon unglaublich viel Mithilfe und Akzeptanz.

Kein Wunder also, dass sie manchmal trotzdem nicht mag.

Sie kann diese Disziplin einfach nicht unter allen Umständen vier oder fünf mal am Tag reibungslos abrufen. Schon gar nicht, wenn ein anderes Bedürfnis gerade überwiegt.

Wenn ich mir das bewusst mache, dann ist es eben voll ok, wenn sie den Windelwechsel doch mal ablehnt oder ungeduldig mitten im Prozedere losflitzt. Dann flitze ich ihr halt hinterher und wir machen ein Spiel daraus. Ich kann damit besser umgehen, seit ich mir klar mache, dass sie oft genug kooperiert. Dass sie mich nicht ärgern will, sondern einfach nicht anders kann.

Apropos Kooperation: Bei Oma, Opa und Papa legt Zwergnase sich mittlerweile übrigens FAST IMMER freiwillig zum Wickeln hin. Ob mich das stört? Ob ich das Gefühl habe, etwas falsch gemacht zu haben? War ich zu ›inkonsequent‹? NEIN ÜBERHAUPT NICHT.

Im Gegenteil: Ich freue mich darüber sogar. Das zeigt mir wieder, wie toll mein Kind in dieser Sache kooperieren kann, und offenbar sogar schon ein Verständnis für die unterschiedlichen Vorgehensweisen entwickelt hat. Sie weiß, dass ICH kein Problem damit habe, sie im Stehen zu wickeln. Oma, Opa und Papa wechseln ihr die Windel deutlich seltener, und finden Wickeln im Liegen auch einfach sehr viel cooler. Zwergnase kommt ihnen also im wahrsten Sinne des Wortes entgegen, breitet manchmal sogar selbst ihre Wickelunterlage aus und legt sich darauf. Wahnsinn! Und für mich nochmals verständlicher, dass sie unsere Wickelroutine genießt, bei der sie ihren Bewegungsdrang nicht ganz so sehr unterbinden braucht. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass sie inzwischen durchaus bereit wäre, sich auch auf meine Bitte hin wieder dauerhaft zum Wickeln hinzulegen, lasse ich ihr weiterhin den FREIRAUM, darüber selber zu entscheiden. Es ist für uns beide schöner so.

Aber was, wenn der Windelwechsel wirklich JETZT SOFORT sein muss?

Manchmal kommt das vor. Sei es aus Termindruck, weil wir ehrlich loswollen und die Windel unbedingt vorher gewechselt werden soll, unterwegs, oder bloß aus einem persönlichen Empfinden heraus. Es gibt Momente, da habe ich die Geduld ganz einfach nicht. Ich würde Lügen, wenn ich etwas anderes behaupten würde.

Dann sage ich das Zwergnase erstmal auch genauso. ›Ich will dich jetzt wirklich wickeln‹.

Statt zu warten, mache ich ihr dann AKTIV ein Angebot an diversem Spielzeug zur Ablenkung und suche einen Ort aus. Unterwegs gebe ich ihr mein Handy mit einer Kleinkind App (Geheimwaffe: Funktioniert im Notfall immer). Zuhause sind es in der Regel ihre Bücher oder Steckpuzzle, die ich ihr auf die Couch lege. Wenn ihr das Angebotene nicht gefällt, gibt es sicher auch noch eine Alternative, und klar, suchen wir trotzdem am liebsten den optimalen Ort, aber wenn es mir jetzt dringend ist, bleibe ich nun auch dabei und wickel sie JETZT. Es ist mMn wichtig in solchen Momenten KLARHEIT auszustrahlen. Keine Wut, keinen Vorwurf oder für das Kind unerfüllbare Erwartungen, sondern Klarheit über die Situation und meine eigenen Bedürfnisse. ›Du findest das blöd. Verstehe ich. Mir ist das aber wichtig, dass wir die Windel jetzt nochmal wechseln. Ich fühle mich nicht gut, wenn wir mit der vollen Windel losgehen,‹ Ich mache dann schnell und spreche ruhig mit ihr. Oft akzeptiert sie die Situation.

Wenn sie doch meckert (was selten, aber durchaus ab und an vorkommt), begleite ich ihren Frust und mache möglichst zügig weiter. Wenn sie loslaufen will, halte ich sie natürlich nicht gewaltsam fest, aber ich komme ihr hinterher und wickel sie im nächsten günstigen Moment zu Ende. Wenn es sein muss, zieh ich die Windel auch einfach beim Laufen hoch, was dann meist zu einem SPIEL ausartet und mit viel Lachen beantwortet wird.

Schon mal dein Baby mit einer Windel quer durch die Wohnung gejagt, euch in die Kuschelecke fallen lassen und nach einer wilden Kitzelattacke Schwupps die Windel über den Nackidei Popo gezogen? Echt nicht? Macht irre viel Spaß. Und Spaß ist in Stresssituationen sowieso das ideale Ventil für Mama, Papa und Kind. Probiere es doch gleich mal aus. 🙂

So kann es funktionieren. Wie ist das bei dir? Welchen Weg hast du gefunden, deinem Kind die Wut beim Windelwechsel zu nehmen? Hast du einen kooperativen Zwerg, oder musst du dir immer wieder eine neue Strategie einfallen lassen? Oder praktizierst du Windelfrei? Wie sind deine Erfahrungen? Xx Fiona 

Autor: unverbogenkindsein

Literaturstudentin, Mutter und Freigeist <3

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